Ein Roadtrip durch Dänemark mit dem Bulli

Nordsee-Roadtrip durch Dänemark mit dem Camper

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Dänemark ist ein wundervolles Reiseziel für einen Roadtrip mit dem Camper: Wie ein Instagram Filter ohne das schale Gefühl spielen die Elemente mit den Farben der Landschaft. An der Nordsee entlang geht es über die Agger Tange und durch den Nationalpark Thy hinauf bis Hanstholm und retour. Ein Reisebericht.

Ein Dänemark Roadtrip in 7 Tagen
Zusätzliche Routenvorschläge für 2 Wochen
Unterwegs mit einem VW T3 Bulli
Der Frühherbst ist eine wunderbare Reisezeit für Dänemark
Übernachten auf Stellplätzen, Campingplätzen und frei
Regeln und Verbote zum Wildcampen
Eindrücke vieler Sehenswürdigkeiten
Fotos von Land und Leuten
Roadtrip durch Dänemark: Ein Routen-Vorschlag für einen Roadtrip zum Surfen
Die Route meines Surftrips nach Dänemark. Weiter unten gibt es noch weitere Routenvorschläge! / Grafik: Luca Brück

Roadtrip durch Dänemark mit dem Bulli: Meine Route

Mit der Elbfähre von Glückstadt nach Wischhafen

Na nu? Hatte noch jemand diese Idee? Die Fährfahrt von Glückstadt nach Wischhafen ist ein abenteuerliches kleines Manöver. Jedenfalls bei Ebbe. Kaum passen die beiden Fähren aneinander vorbei, die Sandbänke sind zum Greifen nah.

Dänemark Roadtrip: Auf der Elbfähre nach Wischhafen
Kaum 5 Meter bis in den Schlick. Aber irgendwie scheint es zu gehen. / Foto: Luca Brück

Davor allerdings stehen wir 2 Stunden in der Schlange, an einem Samstagmittag ist der kleine Ausflug vielleicht nicht zu empfehlen. Immerhin: Wir hatten Proviant dabei und haben den Brunch in den Stau verlegt.

Dänemark Roadtrip: Frühstück im Bulli
Frühstück im Stau. Warum werden heute keine so großen Lenkräder mehr verbaut? / Foto: Luca Brück
Dänemark Roadtrip: Warten auf die Elbfähre
Von hier sind es noch ungefähr 4 Fähren bis zur Mole. / Foto: Luca Brück

Die Fähre fährt halbstündig, bei Bedarf auch alle 20 Minuten. Trotzdem kann es im Sommer zu Wartezeiten kommen.

💵 Preis (Camper inkl. 2)ca. 18 € (Dieselzuschlag variabel)
⛴️ Die FähreWebsite Fähre

Tagesausflug nach Föhr von Dagebüll

Wer für einen Tagesausflug oder mehr nach Föhr möchte, nutzt am besten den Inselparkplatz Dagebüll. Daran angeschlossen ist auch ein großer Stellplatz, sodass man morgens direkt die erste Fähre nach Föhr oder Amrum nehmen kann. Es sind nur 300 Meter vom Parkplatz zur Fähre, aber es gibt auch einen Shuttlebus für alle, die viel Gepäck haben.

💵 Preis (Parkplatz)7,50 € / 24 Stunden
💵 Preis (Stellplatz)12 – 20 € (Winter/Sommer)
⛴️ Die Fähre: Zeiten und PreiseWebsite Fähre
🚀 LinkWebsite Inselparkplatz

Wer etwas Zeit mitbringt, findet in der näheren Umgebung auch deutlich günstigere Stellplätze. Oder idyllischere. Oder eventuell sogar beides.

Dänemark Roadtrip: Stellplatz Buchung
Stellplatz Buchung über die Plattform Hinterland. Wenige Minuten später wurde die Anfrage bestätigt. / Foto: Luca Brück
Dänemark Roadtrip: Stellplatz auf einer Streuobstwiese
Und hier stehen wir dann, am Rand einer Streuobstwiese im holsteinischen Nirgendwo, 25 Kilometer von St. Peter-Ording. / Foto: Luca Brück
Pommes aus der Tüte am Strand von St. Peter-Ording. So geht Hochsommer Feeling im Frühherbst. Das T-Shirt gibt es seit neuestem in unserem Shop (Klick aufs Bild!) / Foto: Juli Wey

Von Dagebüll kommend sind es nur noch ein paar Kilometer bis in die Weite Dänemarks. Und weil der Wind versprach Wellen zu schicken, schickte ich mich an, einen kleinen Roadtrip an den Inselurlaub anzuschließen.

Roadtrip durch Dänemark: ein holpriger Start

Die letzte deutsche Siedlung vor der dänischen Grenze über der westlichen B5 ist Süderlügum. Hier gibt es bereits Export-Getränke-Abteilungen und Werbeschilder auf Dänisch und die Fußballmannschaften treten in einer grenzübergreifenden Liga an.

Das weiß ich aus der Dorfzeitschrift, die wiederum in der örtlichen Hyundai-Werkstatt auslag. Der Schalthebel im T3 war abgebrochen. Einfach so, an der Kreuzung stehend, hab ich das Ding plötzlich in der Hand. Da wäre der Roadtrip fast schon zu Ende gewesen, hätte nicht besagtes Autohaus Tuschke unkonventionell und schnell geholfen.

Roadtrip Dänemark: Ein abgebrochener Schalthebel im Bulli
Um ein wirklicher Ersatz-Schaltknüppel zu sein, fehlt dem Schraubendreher eine Feder für die zweite Ebene. Links in Bild das Pedalschloss. / Foto: Luca Brück

🔧 Im Bulliforum ist man sich nicht ganz einig, ich denke aber: Wer Zeit hat, es selbst zu machen sollte schweißen, das ist besser als neu kaufen, weil der Hebel hohl ist und eben gerne bricht. Ordentlich schmieren in der Kulisse nicht vergessen.

Mit neuem altem Hebel und altem neuen Elan geht’s wieder auf die Straße: Die Wellen warten nicht! 

Die meisten SurferInnen düsen über die A7 und die E45 über Kolding an der Ostküste Dänemarks entlang nach Norden, um möglichst schnell in Klitmøller zu sein, dem selbsternannten Hawaii Dänemarks.

Aber ich war ja schon an der Westküste. Daher und weil der T3 es gerne etwas gemächlicher angeht, ging es für uns über die B5 und die Primärroute 11 nordwärts. Das ist die kürzeste Route – wenn auch nicht die schnellste.

Roadtrip durch Dänemark: Zwei Menschen gehen Hand in Hand am Strand spazieren
Das ist das Ziel, oder nicht? Am Strand von Norre Vorupoer. / Foto: Luca Brück

Den Nordteil der Route 11 kennt jeder Surfer hier: Die Straße führt durch den Nationalpark Thy, an dessen Küste sich ein Großteil der guten Surfspots findet.

🏕️ Der Nationalpark Thy ist der älteste Dänemarks, er wurde 2008 eingeweiht. So lange ist das noch gar nicht her, es sieht aber so aus, als läge die Landschaft schon Jahrhunderte weitgehend unberührt da. Sieht man von den Ferienhaussiedlungen ab, die sich in die Dünen ducken. Dazwischen aber ist endlose Weite, die zum Wandern (etwa am Bulbjerg, Link zu komoot) und Radfahren einlädt, oder eben zum Wassersport.

Infinity-Pool auf Dänisch: Vorupør

Als Erstes steuere ich Nørre Vorupør an. Dieses kleine Fischerdorf hat die zuverlässigsten Wellen der Region. Und tatsächlich: Am Spot Deadmans nördlich des Hafens laufen kleine, feine Peeler, ideal für das Longboard, das ich nicht dabei habe.

Dänemark Roadtrip: Surfer in den Wellen von Norre Vorupoer
Die Welle südlich der Mole in Vorupør ist eine der zuverlässigsten in Dänemark, wenn es Swell hat. / Foto: Luca Brück

Nach einem improvisierten Abendessen aus angebratenen Fertig-Dumplings und Tütensalat mit Soja-Saucen-Dressing schlafe ich vor dem schönen, aber sehr engen Camping in Vorupør – die Schranken sind schon geschlossen und es regnet Bindfäden.

Roadtrip Dänemark: Der Campingplatz in Norre Vorupoer
Der Vorupoer Camping ist ein schöner, Wind exponierter Camping mit relativ kleinen Stellflächen und hohen Preisen. / Foto: Luca Brück

Ach so, die Sache mit dem Infinity-Pool: Links der schönen Hafenmole ist ein Schwimmbecken in die Düne eingelassen, das sich dank der Tide mit Meerwasser füllt. Außerdem gibt es ein Strand-WC mit Aussichtsterrasse und Dusche.

Roadtrip Dänemark: Blick auf den Meerwasserpool in Norre Vorupoer
Der Meerwasserpool in Norre Vorupoer, fotografiert vom Dach des Strand-Häuschens mit Dusche, WC und Wasserwacht. / Foto: Luca Brück
Roadtrip Dänemark: Ein Surfer am Strand von Bunkers bei Klitmoller
Ein Surfer am Spot Bunkers in Klitmoller. / Foto: Luca Brück

Wenn die Wellen auf ein Wochenende fallen, kann es voll werden in Vorupør, mit vielen Hamburger Kennzeichen auf den Parkplätzen.

Roadtrip durch Dänemark: Ein Fischerboot am Strand von Norre Vorupoer
Norupoer ist ein altes Fischerdorf und auch heute wird der Fischfang noch zelebriert. / Foto: Luca Brück

Fischfabrik, Leuchtturm und Bunkermuseum in Hanstholm

Hanstholm markiert das nördliche Ende des Nationalpark Thy. Und man sieht schnell, warum man dieses Städtchen nicht noch mit eingemeinden konnte: Hier ist einer der wichtigsten Fischereihäfen Dänemarks. Eine Zeitlang fuhren auch die Fähren nach Norwegen von hier, doch das ist passé.

Dänemark Roadtrip: Ein schwarz weiß Foto vom Meer in Hanstholm
Blick über die Hafenmole von Hanstholm. / Foto: Luca Brück
Dänemark Roadtrip: Ein schwarz weiß Foto vom Meer in Hanstholm
Stimmungsbild von Hanstholm, Blick in Richtung Nordwest. Der beliebteste Surfspot ist hinter der nächsten Mole. / Foto: Luca Brück

Heute ist hier nur noch Fischerei angesagt. Und Windsurfen. Unter den Windrädern, die das Bild eines Gewerbegebietes abrunden, parken die Busse der Surfer und warten auf ihre Fahrer. Zu hunderten tanzen die bunten Segel hier durch den Nordatlantik.

Dänemark Roadtrip: Hansholm ist ein beliebter Spot für viele Wassersportarten.
Mächtig was los in Hanstholm unter den Windrädern. Auf diesem Parkplatz trauen sich einige, die Nacht zu verbringen. / Foto: Luca Brück

Der Westwindsurfshop hat einen kleinen Verleih und ein Café, und manchmal ist auch eine Fasssauna am Start.

Weitere Aktivitäten in Hanstholm

Das Bunkermuseum bewahrt ein gespenstisches Stück Geschichte, Hanstholm war ein wesentlicher Bestandteil von Hitlers Atlantikwall (ca. 10 Eintritt).

Die frisch asphaltierte Straße über dem Bunkermuseum ist absolut perfekt für Surfskate-Training. Falls Du Dich für das Thema interessierst: Ein Klick aufs Bild bringt Dich zu unserem ausführlichen Guide. / Foto: Luca Brück
Roadtrip Dänemark: Die Weite der Landschaft, fotografiert vom Leuchtturm Hanstholm
Roadtrip Dänemark: Die Weite der Landschaft, fotografiert vom Leuchtturm Hanstholm
Roadtrip Dänemark: Die Weite der Landschaft, fotografiert vom Leuchtturm Hanstholm
Die dänische Weite des Nationalpark Thy. Fotos: Luca Brück

Der Leuchtturm von Hanstholm öffnet den Blick und das Herz in Richtung des Wildreservats im Süden und man kann auch versuchen, die über 200 Seen zu zählen (ca. 4 Euro Eintritt)

Hawaii des Nordens: Klitmøller

Klitmøller ist Dreh- und Angelpunkt aller Surfbewegungen über die dänische Westinsel. Das liegt an den Wellen, die in der Bucht sehr anfängerfreundlich anbranden, weiter draußen gibt es so etwas wie einen Reefbreak für die Fortgeschrittenen.

Roadtrip durch Dänemark: Sonnenuntergang in Klitmoller
Mit einem Glas Wein im Sonnenuntergang am Strand von Klitmoller. / Foto: Luca Brück
Roadtrip durch Dänemark: Sonnenuntergang in Klitmoller
Dieser Longboarder hat die Ruhe weg und geht gleich noch ins Wasser, im letzten Licht des Tages. / Foto. Luca Brück

Vor allem aber liegt es am sehr guten Nystrup Camping, der mit einem Stellplatz auf der „Surfcamp“ genannten Wiese für 100 DKK lockt. Das sind ca. 12 Euro und so günstig ist anderswo nur die Nacht vor der Schranke, der sogenannte Quickstop.

Roadtrip Dänemark: Ein Surfer mit Bord auf dem Rücken
Vom Campingplatz kann man mehrere Spots zu Fuß oder mit dem Rad erreichen, wenn man sein Board getragen bekommt. / Foto: Luca Brück
Roadtrip Dänemark: Ein Bulli steht auf einem Campingplatz
Stellplatz auf der Surfcamp-Wiese des Camping Nystrup. / Foto: Luca Brück

Die Agger Tange

Agger markiert den Eingang zum Nationalpark Thy. Zwischen Flade Sø, Limfjord und Nordsee gelegen, ist Agger im Laufe der Zeit immer wieder Opfer von Sturmfluten geworden. Aber in normalen Zeiten beruhigt so viel Wasser ungemein. 

Am besten zu genießen ist die See bei einem Spaziergang oder einer Spazierfahrt auf der Agger Tange entlang in Richtung Süden. Die Strände zur Nordsee sind meist menschenleer und leeren sich mit jedem Meter in Südrichtung. Auch um den Flade Sø gibt es eine schöne Wanderung.

Mit dem Wohnmobil lohnt sich die Überfahrt über den Thyborøn leider finanziell überhaupt nicht: Zu zweit ist man schon in der Nebensaison etwa 30 Euro los.

Roadtrip durch Dänemark: Pausenplatz auf der Agger Tange
Neben der Straße sind viele Einbuchtungen wie diese, oft mit Picknicktischen. / Foto: Luca Brück
Roadtrip durch Dänemark: Die Agger Tange
Die Agger Tange: Links Wasser, rechts Wasser, oben Himmel. / Foto: Luca Brück

Aber dafür ist man ja im Urlaub! Und man bezahlt wohl weniger die kurze Überfahrt als den grandiosen Blick tief in den Limfjord hinein und über die Landzunge Agger Tange.

Roadtrip durch Dänemark: Die Fähre über den Thyboron
Da setzt sie über und konstant muss nach gebaggert werden. / Foto: Luca Brück

Auf der Landzunge sind zahlreiche Parkbuchten und Plätze, an denen man für ein Picknick halten sollte. Nicht nur Vogelliebhaber staunen, ob Lebendigkeit in Luft und an Land!

Roadtrip durch Dänemark: Die Agger Tange
Die Agger Tange ist ein Vogel- und Schafparadies. / Foto: Luca Brück

Besonders ist auch die Weite, die hier zu spüren ist. Ach und natürlich gibt es auch eine gute Welle zum Surfen, mehr dazu erfährst Du im Surf-Guide für Dänemark.

Der Camping Krig Vig bietet die günstige Quick-Stop Option für 110 DKK. Auch auf dem Platz ist es sehr schön.

💁 Das beschauliche Agger beheimatet ein Metal-Festival. Immer im Mai flanieren freundliche Metal-Heads durch die Dünen und lauschen den Barden ihrer Zunft beim Abrocken. Informationen unter https://heavyagger.dk/

Hvide Sande

Auf dem Weg nach Hause noch ein Abstecher zu einem der liebsten Strände der Deutschen in Dänemark: Hvide Sande, zu Deutsch weißer Sand.

Der Wohnmobilstellplatz in Hvide Sande ist direkt hinter dem endlos sich nach Süden erstreckenden Badestrand und nahe an der geschäftigen Betriebsamkeit, die der fünftgrößte Fischereihafen Dänemarks eben so mit sich bringt.

Dänemark Roadtrip: Stellplatz in Hvide Sande
Der Stellplatz Süd in Hvide Sande mit dem Westwind Shop an der Düne. / Foto: Luca Brück
Dänemark Roadtrip: Ein Surfer in Hvide Sande
Ein einsamer Surfer in Hvide Sande müht sich in kleinen Wellen. / Foto: Luca Brück
Roadtrip Dänemark: Hvide Sande
Blick über Hvide Sande am Morgen. Hinter mir die Nordsee, drüben schon der Ringkøbing. / Foto: Luca Brück

Hobbyangler sollten an der Schleuse, die Boote von der Nordsee in den Ringkøbing Fjord bringt, glücklich werden. Einen besseren Angelplatz bietet die Nordsee kaum irgendwo!

Der Stellplatz kostet rund 20 Euro und hat saubere Sanitäranlagen sowie Wi-Fi. Außerdem ist in der Saison wieder einmal Westwind am Start und verleiht Surfboards und weiteres Material in einem kleinen Pop-Up-Shop.

Einen Besuch wert sind die Fischauktionen für Touristen, die im Sommer in der Auktionshalle stattfinden.

Roadtrip Dänemark: Ein Auto mit viel Beladung und einem Solarpanel am Fenster
Das ist der Spirit: Ein Mikro-Camper auf Alltagsflucht. / Foto: Luca Brück

Von Hvide Sande fahre ich zügig wieder nach Hause – so langsam wird es etwas frisch im Norden.

Dänemark Roadtrip 5 Tage bis eine Woche

Dänemark ist ein gutes Land für Roadtripanfänger: Es gibt viele gute Campingplätze und Stellplätze und es gibt wunderschöne Straßen, die aber nach nicht allzu langer Zeit wieder ins Tagesziel führen.

Wer sieben Tage unterwegs ist, kann es machen wie ich (siehe oben) oder sich diese Idee anschauen. In jedem Fall ist es eine gute Option, auf der Westinsel zu bleiben, dann hat man mehr Meer von der Zeit.

Tag 1: Deutschland – Billund
Tag 2: Ringkøbing und Hvide Sande
Tag 3: Mit der Fähre über den Thyborøn
Tag 4: Blokhus
Tag 5: Skagen
Tag 6: Aalborg
Tag 7: Nach Hause
Roadtrip Dänemark: Eine Grafik eines Roadtrips für eine Woche mit Bulli
Ein Roadtrip entlang der dänischen Nordseeküste. Pin mich gerne! / Grafik: Luca Brück

1. In Billund gibt es einen 🛬 Flughafen (Linienflüge u.A. von München und Frankfurt) und natürlich das Legoland. Von Hamburg fährt man gute 3 Stunden. Ein einfacher, schöner und günstiger Stellplatz ist der 🚌 Billund Stellplatz (10 Euro / 75 DKK).

Roadtrip Dänemark: Eine Grafik mit Eindrücken aus Billund

2. Der Ringkøbing ist ein Dorado für Wassersportler: Größtenteils nur gut einen Meter tief ist der Fjord also ein riesiges Stehrevier. Wer mehr Zeit am Fjord verbringt: Das Ringkøbing-Skjern-Museum besteht aus 13 Sehenswürdigkeiten und Museen rundherum, es gibt eine Wochenkarte für alle um die 20 Euro. Der gleichnamige Ort wartet mit einer schnieken Altstadt auf, die zum Bummeln einlädt.

In Hvide Sande steht man direkt hinter der Düne auf dem Stellplatz für ca. 20 Euro und kann fürs Abendessen entweder selbst den Hering fangen, das geht nämlich nirgends so gut wie an der Schleuse zur Nordsee, oder man kauft bei der Fischauktion den Fang des Tages

In Søndervig kann man immer im Sommerhalbjahr riesige 🧑‍🎨 Sandskulpturen bewundern.

3. Der Thyborøn ist ein vergleichsweise kleines Hindernis für eine Fähre, trotzdem kostet die Überfahrt mit dem Wohnmobil zu zweit bald 30 Euro. Dafür hat man aber das echte Roadtrip-Gefühl, fährt man doch immer die Küste hinauf.

Und man bezahlt natürlich auch den wunderschönen Ausblick über den Fjord, bei dem man natürlich nicht an steil ins Wasser fallende Klippen zu denken hat, sondern an eine Weite, die das Herz öffnet. In Agger steht man günstig auf dem Quik-Stop Platz des 🏕️ Krig Vig Camping.

4. Blokhus ist ein freundlich-fröhlicher Badeort in der südlichen Jammerbucht. In der Sommer- und Ferienzeit salutiert man hier mit einem Kanonenschlag dem Sonnenuntergang – irgendeine Eigenheit hat ja jeder.

Im benachbarten Hune gibt es einen sehenswerten 🧑‍🎨 Skulpturenpark (ca. 12 Euro) und ein Museum für Papierkunst. Und wer die Kinder beschäftigen will, kann auch mal ins Farup Sommerland fahren, einem Wasser-Vergnügungspark.

Stellplätze gibt es am 🏕️ Blokhus By Camping.

5. Skagen ist die nördlichste Ortschaft der Halbinsel Jütland und damit auch Dänemarks. Am Strand Grenen treffen Skagerrak und Kattegat aufeinander, also Nord- und Ostsee. Bekannt ist der Ort auch für sein Museum, in dem zahlreiche Skagen-Maler ausgestellt sind. Die wiederum haben über die Jahrhunderte immer wieder versucht, das besondere Licht über der Landschaft einzufangen.

Roadtrip Dänemark: Eine Grafik mit Eindrücken aus Skagen in Dänemark

Auf der Hin- oder Rückfahrt lohnt sich ein Stopp an der Råbjerg Mile, einer Wanderdüne auf dem Weg in Richtung Ostsee. Der wandernde Sand ist ein dauerhaftes Problem für den Mensch, aber hier steht ausnahmsweise die Düne unter Naturschutz. Runterrennen darf man trotzdem. Wüstenfeeling im Norden Dänemarks.

6. Aalborg ist die Hauptstadt Nordjütlands. Hier lässt sich stellvertretend für all die kleineren und größeren Städte das dänische Hygge Lebensgefühl einatmen und -fangen. Der Reiseführer Dänemark Nordseeküste von Heidi Schmidt (Michael Müller Verlag, 19,90 Euro) dazu:

„Heute ist Aalborg modern, kreativ, aufmüpfig und traditionsbewusst zugleich.“

Aalborg ist eine lebendige Stadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und einer guten Anbindung mit Auto, Bus, Bahn und Flugzeug. Beliebt ist der 🏕️ Campingplatz Strand Parken mit Blick über den Nord-Ostseekanal.

7. Von hier sitzt man eine gute Weile im Auto, je nachdem, wo eben zu Hause ist. Gute Fahrt!

Dänemark Roadtrip 10 Tage oder 2 Wochen

In zwei Wochen geht deutlich mehr: Zum Beispiel lassen sich einige Tageswanderungen wie am Bulbjerg einplanen. Es kann auch schön sein, für ein paar Tage ganz abzuschalten und ein Ferienhaus zu mieten. Außerdem ist ein Abstecher nach Kopenhagen drin, immerhin eine der lebenswertesten Hauptstädte Europas.

Der Zeitplan orientiert sich am einwöchigen Route und hat einfach etwas mehr Gelassenheit 🙂.

Tag 1: Deutschland – Billund
Tag 2 – 4: Ringkøbing Fjord und Hvide Sande
Tag 5: Thyborøn und Agger
Tag 6: Klitmøller
Tag 7: Bulbjerg
Tag 8: Skagen
Tag 9: Rabjerg Mile
Tag 10: Aalborg
Tag 11: Aarhus
Tag 12 / 13: Kopenhagen
Tag 14: Nach Hause
Roadtrip Dänemark: Eine Route für 14 Tage
Routenvorschlag für 14 Tage. / Grafik: Luca Brück

6. Klitmøller: Das Hawaii des Nordens ist ein prima Ort für einen Surfkurs. Der oben schon erwähnte 🏕️ Nystrup Camping ist obendrein ein guter Platz für ein kurzes bis ausgedehntes Lagern.

Roadtrip durch Dänemark: Ein Cafe in Klitmøller
Klitmøller lädt zum Bummeln ein, hier ein empfehlenswertes Pfannkuchenhaus. / Foto: Luca Brück
Roadtrip durch Dänemark: Die Rogeri von Klitmøller
In der Rogeri (Räucherei) gibt es den verarbeiteten Fang, oft auch Essen auf die Hand. Weniger touristische Orte sind zu empfehlen, weil deutlich günstiger als etwa in Klitmøller. / Foto: Luca Brück

7. Der Bulbjerg ist ein jütländischer Klassiker und ein Highlight der dänischen Nordseeküste. Die Kreideklippe über der Nordsee ragt fast 50 Meter in die Höhe und fällt direkt ins Meer ab. Besonders ist die Aussicht von der „Schulter Jütlands“ – eine Holztreppe führt hinauf. 

Roadtrip Dänemark: Eine Grafik mit Eindrücken vom Bulbjerg in Dänemark

Der Felsen wachte bis ins 12 Jh. über eine beliebte Wikingerschiffahrtsroute, bevor diese versandete. Auf dem Felsen leben zahlreiche Vogelarten – Basstölpel, verschiedene Möwen und auch Eissturmvögel.

Bei Ebbe lässt sich der Bulbjerg umrunden, außerdem gibt es noch ein Bunkermuseum zu besichtigen. Und natürlich lädt der Strand zu Spaziergängen.

11. In Aarhus steht ein Besuch der nachgebauten Fachwerkstadt als Freilichtmuseum an, den Gamble By. Außerdem ist das Kunstmuseum ARoS einen Besuch wert, genau wie das Wikingermuseum.

Roadtrip Dänemark: Eine Grafik mit Eindrücken aus Aarhus

Jütlands größte Stadt mit knapp 300.000 Einwohnern ist schon ein kleiner Kulturschock für den Reisenden. Aber auch eine gute Einstimmung auf Kopenhagen.

Von Aarhus kann man fast stündlich übersetzen nach Odden, auf die östliche dänische Halbinsel Sjaelland. Die Fähre kostet mit dem Wohnmobil zu zweit ca. 100 Euro. Man kann online Tickets buchen oder einfach an der Schranke zahlen, wenn man zur Fähre fährt.

Ein guter Stellplatz ist am Yachthafen Ega Marina im Norden.

12. Kopenhagen ist mit dem Wohnmobil durchaus eine Herausforderung, emsig und eng bisweilen. Wie man sich so durch navigiert, beschreibt zum Beispiel dieser Blogbeitrag.

Roadtrip Dänemark: Eine Grafik mit Eindrücken aus Kopenhagen

Tipps & Tricks für den Roadtrip durch Dänemark

Wildcampen in Dänemark & Stellplätze finden

Einige Camper und sogar ein Schulbus schlafen auf dem Parkplatz direkt am Surfspot Deadmans. Hier war früher einmal die Surfszene beheimatet, so wie anno dunnemals in Les Estagnots in Hossegor oder auch am Playa de Vega in Asturien, in Pantín in Galizien oder am berühmt-berüchtigten Praia do Barranco an der Algarve in Portugal.

Roadtrip durch Dänemark: Ein Nacht-Park-Verbotsschild
Nachtparkverbote sind sehr häufig, auch eine Stundenbeschränkung ist üblich. / Foto: Luca Brück
Roadtrip durch Dänemark: eine Schotterstraße zum Strand
Ganz am Ende der Straße ein wunderschöner Strandparkplatz. Aber dort übernachten? Könnte teuer werden! / Foto: Luca Brück

Aber Zeiten ändern sich. Im Sommer 2022 wurde das Wildparken in Dänemark erstaunlich oft toleriert. Darauf verlassen sollte man sich nicht. Check die Infografik für eine Übersicht!

Roadtrip durch Dänemark: Wildcampen oder Frei Stehen in Dänemark, eine Grafik
Es ist wie meistens: Nicht erlaubt, viele machen es trotzdem. Besser ist, vorab schon etwas zu planen. Das klingt weniger romantisch, erspart aber unruhige Nächte. / Grafik: Luca Brück
Es gibt kein Jedermannsrecht wie in Schweden oder Norwegen (das aber auch völlig falsch verstanden wird)
Ähnlich wie in Deutschland darf man grundsätzlich parken, um die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen
Auf vielen Parkplätzen ist aber auch das nur tagsüber oder für 2 bis 4 Stunden erlaubt, meist stehen Schilder
Im Naturschutzgebiet sind die Strafen höher, sie gehen bis ca. 500 Euro

Legale Optionen zum (eben nicht) Freistehen in Dänemark

Campingplätze (gibt es viele schöne)
Quickstop ist eine günstigere Option vor den Schranken, die viele Campings anbieten
Ofizielle Stellplätze
Private Stellplätze
Stellplätze an Häfen (Marinas)
Es gibt tolle Naturlagerplätze, gegen eine geringe Gebühr (ca. 3 Euro) für alle, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind: https://de.naturstyrelsen.dk/naturerlebnisse/uebernachten-in-der-natur/

🥳 Tipp: Lies doch meinen Text zu Alternativen Stellplätzen, wenn Du dem Freisteh-Gefühl in Dänemark möglichst nahe kommen willst.

Autofahren in Dänemark

Das Straßennetz

In Dänemark gibt es Landstraßen, Nationalstraßen und Autobahnen. Alle sind sehr gut gewartet und abgesehen von sehr kleinen Strandwegen gut zu befahren.

Roadtrip Dänemark: Ein Mann verlässt ein WC an einem Rastplatz
Solche schönen Toilettenhäuschen kann man übrigens bauen! Umsonst und sauber. / Foto: Luca Brück
  • Die Landstraßen (Sekundærrute) befährt man meist auf dem Weg zum Strand oder in einen Ort. Sie sind in der Regel einspurig, also nicht markiert.
  • Nationalstraßen (Primærrute) wird man bei einem Dänemark Roadtrip sehr häufig befahren. Sie verbinden alle wichtigen Orte mit den Autobahnen und sind überwiegend sehr gut instand gehalten. An den Nationalstraßen gibt es häufig Rastplätze mit guten sanitären Anlagen und sie sind auch die bevorzugten Orte für die Übernachtung als „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h. 
  • Autobahnen gibt es eigentlich nur 3 wichtige, die E45 von Süd nach Nordjütland, die E20 von West nach Ost und die E47 von Kopenhagen nach Lübeck. Es darf maximal 130 gefahren werden, auf vielen Abschnitten auch nur 110.

Noch mehr zum Thema Autofahren in Dänemark findest Du im verlinkten Artikel von Dänemark Ferien.

Tanken in Dänemark

Tanken ist in Dänemark meist etwas teurer als in Deutschland. Bei Diesel beträgt der Unterschied im Schnitt ca. 10 Cent, bei Benzin etwa 20 Cent. Aktuelle Informationen hat der ADAC.

Achtung: In Dänemark kann man kein Autogas (LPG) mehr tanken. An der Grenze gibt es verschiedene Optionen.

Mit dem E-Auto oder Elektro-Camper hat man dagegen keine Probleme, die nächste Ladestation zu finden.

Braucht man Bargeld für den Roadtrip?

Das ist doch das Schöne an einem Roadtrip durch das Land der Wikinger! Man hat fremdes Geld in der Hand, weiß nicht so genau, was was kostet und geht – wenn auch etwas teurer – so doch deutlich entspannter durch die Rogeriien und Bierschenken des Landes.

Davon abgesehen gibt es ganz praktische Gründe, warum man in Dänemark etwas Bargeld bei sich haben sollte.

Der wichtigste: Es gibt vielerorts Straßenstände mit lokalen Erzeugnissen, die man sonst nicht bezahlen kann. Dänen nutzen die dänische Paypal-Alternative MobilePay,  aber die ist nur mit dänischer SIM-Karte zu bekommen.

Roadtrip durch Dänemark: Ein Straßenverkaufstand
Wäre doch schade, die Zucchini nicht kaufen zu können. / Foto: Luca Brück

Außerdem schadet es auch kaum, etwas Bargeld bei sich zu haben. Mit vielen Reisekreditkarten kann man umsonst Bargeld abheben, auch in nicht Euroländern.

Häufige Fragen zum Roadtrip durch Dänemark

Darf man in Dänemark mit dem Camper frei stehen?

Nein, das ist nicht erlaubt. Lediglich das Ausruhen wird toleriert, allerdings ist damit a) nicht unbedingt eine ganze Nacht auf einem Parkplatz gemeint und b) muss man sich dennoch an die örtlichen Beschränkungen halten. Im Artikel gehen wir noch näher auf das Thema Wildcampen in Dänemark ein.

Was muss ich beachten, wenn ich mit dem Mietwagen oder Camper nach Dänemark fahre?

Je nach Anbieter wird für den Grenzübertritt eine Gebühr fällig. Auf jeden Fall sollte man die Fahrt anmelden, bei einem Unfall drohen sonst Strafgebühren.

Wie schnell darf man in Dänemark fahren?

Die Höchstgeschwindigkeit ist innerorts 50 Km/h, außerorts auf Land- und Nationalstraßen 80 Km/h und auf Autobahnen 130 Km/h, auf vielen Abschnitten auch nur 110 Km/h.

Brauche ich in Dänemark Bargeld?

Man kommt in Dänemark ziemlich gut mit einer Kreditkarte zurande. Aber erstens ist das fremde schöne Geld ein weiterer Zugang zum Land und auch zu den Leuten und zweitens kann man an vielen Straßenständen dann doch nur bar bezahlen oder muss das Geld in ein Kästchen werfen. Man sollte eben nicht tausende Euros tauschen, sondern einfach vor Ort Kronen abheben. Das kostet bei vielen Banken nicht mal eine Gebühr.

Was ist die beste Route für einen Dänemark Roadtrip?

Es gibt viele schöne Routen durch Dänemark. Wer etwas Zeit mitbringt, sollte auf jeden Fall Stopps an der Nordseeküste von Jütland einplanen, etwa in Agger, Hvide Sande, oder oben am Skagen. Besonders viel zu sehen gibt es auch im Großraum Kopenhagen, hier ist das Reisen mit dem Wohnmobil unter Umständen etwas mühsamer. Im Artikel über Roadtrips durch Dänemark stellen wir 3 Routen vor.

Was kostet der Roadtrip durch Dänemark?

Alles ist etwas teurer als in Deutschland. Vor allem machen sich hier die Campingplätze und Stellplätze bemerkbar. Eine Übernachtung für zwei kostet meist um die 25 Euro. Weil auch Tanken und Lebensmittel so wie Eintritte und Restaurants relativ teuer sind, wird das bestimmt nicht der günstigste Roadtrip aller Zeiten. Aber es geht auch sparsam, wer selber kocht, sparsam fährt und die Quikstop-Option vieler Campingplätze nutzt, kann mit circa 50 Euro pro Person und Tag schon eine Menge erleben.

Du warst mit dem Camper in Dänemark unterwegs? Wir freuen uns sehr über Deinen Insider-Tipp, lass also gerne einen Kommentar da!

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Luca Brück

Luca ist ein Tee trinkender Surfrabauke aus dem Schwarzwald. Seine Brötchen, den Tee und die Surfboards verdient er als Journalist und Blogger. Aktuell lebt und schreibt Luca in Oldenburg.

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