Surfen in der Bretagne

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Die Bretagne ist die vielseitigste Surfregion Frankreichs. Mit gut 1000 (konservativ gezählten) Küstenkilometern und Buchten für jede Windrichtung findet sich fast immer eine gute Welle – diese auch zum richtigen Tidenstand und überhaupt zu finden ist allerdings gar nicht so einfach.

Aber die Spots von Quiberon bis Saint-Malo sind nicht nur in Bezug auf die Bedingungen besonders vielseitig. Die Bretagne hat auch eine einzigartige Mischung an Surfspots für Anfänger, Intermediates und Expertinnen zu bieten.

Hier geht beides: Einfach vom Camping an den Strand laufen und mit geliehenem Brett die ersten Wellen angleiten oder von Spot zu Spot tingeln, auf der Suche nach der perfekten Swell-Wind-Tiden-Crowd-Kombo.

Und weil die Bretagne mit all ihren pittoresken Fischerdörfern, den jahrtausende alten Kulturstätten, all den Sagen und Bräuchen, der Landschaft und natürlich den eigenwillig-sympathischen Bretonen ohnehin ein wunderbares Reiseziel ist, sollte man über einen Surftrip ins Finistère nicht zweimal nachdenken.

Die Mole bei Audierne
Da lässt es sich schon ankommen. Der erste Blick auf den Atlantik bei Audierne. / Luca Brück für milchplus.de
Der äußerste Nordwesten Kontinentaleuropas
Touristen & Sonne im Sommer
Wildes Wetter & wilde Wellen im Winter
Spots für Anfänger, Fortgeschrittene & Experten
Beachbreaks, Reefbreaks, Pointbreaks, eine der vielseitigsten Regionen Europas
Ein Longboard-Dorado
Wassertemperaturen von nur 10 bis 17 °C
Tiden von bis zu 7 m
Reiche Kultur (auch kulinarisch)
Viel touristische Infrastruktur (Ferienhäuser, Campings, Restaurants, Stellplätze, Ver- und Entsorgung)

Die beste Reisezeit zum Surfen in der Bretagne

Die Bretagne ist das ganze Jahr über ein lohnendes Ziel zum Surfen. Je nach Niveau bieten sich aber verschiedene Monate mehr oder weniger an.

Anfänger FortgeschritteneExpertinnen
Juni – SeptemberSeptember + OktoberSeptember – April

Die Sommermonate scheinen die Bretagne alljährlich in andere Breitengrade zu beamen. Karibikblaues Wasser und 30 °C Lufttemperatur sind dann keine Seltenheit. Nur manchmal erinnert ein schönes Sommergewitter die zahlreichen Sommergäste daran, wo sie sich befinden.

→ Kurz: Der Sommer ist die beste Reisezeit für alle mit Kindern und für Anfänger.

Verschiedene Campingplätze (Goulien!, la Torche, Quiberon)  sind ideal, um den ganzen Tag am Strand abzuhängen und jeden Sommerswell mitzunehmen, der sich blicken lässt.

Kleine Wermutstropfen im salzigen Hochgenuss: Das machen auch ganz schön viele andere Touristen. Und das Wasser wird auch im Sommer selten wärmer als 17 °C.

Der Herbst – wie könnte es anders sein – ist natürlich auch für die Bretagne Primetime. Die exponierteren der vielen Points haben das erste Mal in der Saison genug Swell, dass ‘ne handvoll Wasser unter den Finnen bleibt (Pointe de Dinan, Lervily).

Secret Spot auf der Crozon Halbinsel
Einer der Semi-Secret Spots der Bretagne. Braucht ordentlich Swell und ewas diplomatisches Geschick für eine gute Session. / Luca Brück für milchplus.de

Goldene Oktobertage, passable Wassertemperaturen (wenn man Dänemark gewohnt ist) und die ersten „echten“ Swells der Saison: Fahr doch im Herbst mal in die Bretagne, anstatt dich in den immer gleichen do-or-die Barrels von Hossegor waschen zu lassen.

Der Winter ist die letzte Saison, die weitgehend den Locals überlassen bleibt. Von denen gibt es aber (auch seit Corona) immer mehr. Und auch der ein oder andere deutsche Van macht die Nachtfahrt ans Ende der Welt, wenn ein Winterswell auf der Wetterkarte aufploppt.

Komplett eingemummelt sind auch Wassertemperaturen von 10 °C kein Ding. Und im tiefsten Winter erwachen mit schöner Regelmäßigkeit die geheimen Perlen der Bretagne. Allerdings: Das kalte Wasser und die Klammheit aller Kleider schlagen schon durch – mehr als 2 Wochen im Bus sind eine harte Übung.

Ein Camper von FreewayCamper und ein Surfer im Neoprenanzug
Haube, Booties, 5/3 Neo sind angesagt im Winter. / Luca Brück für milchplus.de

Der Frühling ist oft die unterschätzte Jahreszeit zum Surfen in Frankreich. Vordergründig hat der Lenz nur Nachteile im Gepäck: Die Swellsaison geht vorbei. Die Wassertemperaturen sind super niedrig. Die Campingplätze sind noch geschlossen und die Ferienhäuser werden renoviert.

Gleichzeitig locken aber Bluebird-Tage noch und nöcher (nur 5 Regentage im Mai), die Geschäftigkeit überall lässt einen erfrischend neuen Blickwinkel auf die Tourismusmaschine zu und auch der Wind kommt nach Monaten des Pustens öfter mal zur Ruhe.

Und dann blühen auch noch all die bretonischen Landschaften in grün und gelb und violett, so dass der Insta-Kitsch-Filter laufend überfordert ist.

Übersicht über die Klimadaten und die besten Monate zum Surfen

Die Wasser- und Lufttemperaturen beziehen sich auf die (angegebenen) besten Surfmonate!

SaisonSommer/HerbstWinter/Frühling
Beste ReisezeitAugust/SeptemberMärz/April
Wellensicherheitmittelhoch
Wassertemperatur16 – 17 °C10 – 12 °C
Luft Ø min – max16 – 19 °C12 – 14 °C
Sonne / Regenetwa 35 % Regentageetwa 55 % Regentage

Warum ist der Herbst eigentlich die beste Zeit zum Surfen in Europa, egal ob in Ericeira, Galizien oder in der Bretagne? Lies dazu gerne nochmal in unserer Wellenkunde nach!

Und wenn Du dich dann für die Bretagne entschieden hast: Unser Neoprenanzug-Guide ist die richtige Vorbereitung für den Trip.

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Die besten Surfspots in der Bretagne

Klicke die Spot Markierungen in der Karte an, um eine Kurzbeschreibung mit den jeweils passenden Bedingungen aufploppen zu lassen.

Grün: Geeigneter Spot für Anfänger
Blau: Guter Spot für Intermediates
Schwarz: Spot für Expertinnen / zum Zuschauen

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Eine Auswahl der Spots wird hier nochmal mit Tipps zu Stehplätzen, Einkaufsmöglichkeiten oder anderem nützlichem Wissen vorgestellt. Von Nordosten kommend in Richtung Süden sind hier unsere bretonischen Highlights aufgeführt.

Allerdings haben wir auch Raum zum Erkunden gelassen. Einige Spots laufen nur selten und sind sensitiv bei Gruppen. Solche Spots lassen wir außen vor.

Nord Finisterè

Cap Frehel

Beachbreak mit Riffuntergrund // WNW-Swell, Südwind, Mid – Hightide

Die Hauptattraktion für Surfer ist eine kurze rechte Welle, la Grève. Ziemlich voll wenn sie dann mal läuft, der Swellwinkel ist ja nicht ideal, und oft onshore. Ach ja, der Takeoff ist nicht breiter als eine Garageneinfahrt. Dafür gibt es noch die vielfarbigen Klippen zu bestaunen.

Pors ar Villiec

Beachbreak mit Riffuntergrund // NW-Swell, SW-Wind, Mid – Hightide

Nahe des Städtchens Locquirec. Vergleichsweise konsistent. Die Wellen brechen scharf und hohl über das sandbedeckte Riff. Weitere Strände in Richtung Westen. Eine Option für Südwest-Stürme.

Auch “Porza” wird recht voll, wenn die Welle läuft, die Strände Sables Blanc und Moulin de la Rive können dann die besseren Optionen sein. Der Camping Municipal du Fond de la Baie ist ein guter Ausgangspunkt für die drei Spots.

Le Dossen

Beachbreak // NW-Swell, O-Wind, alle Tiden

Dossen ist ein langer, offener und oft verblasener Strand mit Westausrichtung. So fängt die halbmondförmige Bucht gut die Wellen, vor allem in der Mitte. Am besten ist auflaufendes Wasser, ähnlich wie in la Palue kommen die Wellen dann oft sortierter. Guter Spot für Anfänger und große Bretter.

Am Nordende der Bucht hat man einen tollen Ausblick, wenn man bei Ebbe auf die Île de Sieck spaziert. Der kommunale Camping von Dossen ist sensationell schön gelegen. Ein Traum für alle, die bei Campings nicht nach Sternen, sondern nach Ambiente gehen.

Surfen auf der Crozon Halbinsel: Die Spots

Anse de Pen Hat

Beachbreak // W-Swell, O-Wind, alle Tiden

Ein sehr exponierter Spot bei Camaret-sur-Mer mit schnellen hohlen Wellen. Immer etwas kleiner als La Palue, kann aber auch groß werden. Der Womo-Stellplatz bei den Menhiren ist mit 10 Euro vergleichsweise günstig und in Laufweite (10 min).

Der Surfspot Anse de pen hat
Ein Platz an der Sonne, für den Moment und im Hintergrund massive Wellen am Plage de Pen Hat. / Luca Brück für milchplus.de

In der Nähe ist einer der selten laufenden Semi-Secrets der Presqu’île: Geh alleine oder zu zweit und nicht am Wochenende. Gefährlicher Zustieg.

Goulien

Beachbreak // WSW-Swell, O-Wind, Mid-Hightide

Der „Gulli“ ist ein beliebter Anfänger und Longboard Strand. Der Strand ist lang und die Leute verteilen sich ganz gut. Aber es werden auch viele Leute. Der Camping Plage de Goulien ist keine 50m vom Strand und der perfekte Ausgangsort für Summer-Surf mit der Familie oder für Anfänger.

Der Strand Goulien auf der Crozon Halbinsel
Ein Krebsfischer? und die abgekämpfte Reisegruppe. / Luca Brück für milchplus.de

Am Südende bieten die Klippen Schutz vor Südwind und bei den Felsen zieht die Strömung hinaus aufs Meer. Am Nordende ist der Reef-Beachbreak Kerloch, der lange, gemütliche Wellen haben kann. Die Parkplätze am Goulien sind keine Option mehr zum Wildcampen.

Pointe de Dinan

Rechter Reefbreak // W-Swell, NO-Wind, alle Tiden

Ein weiterer malerischer Surfspot am Ende der Welt. Die Wellen können ziemlich lang werden, wenn alles passt. Dann hat der Spot auch echt Qualität. Recht windanfällig und braucht/hält ganz gut Swell. Die Steine sind nur unzureichend gewässert, besser bei mehr Welle.

Der Surfspot Point de Dinan
Ein etwas verwaschener Tag am Pointe de Dinan. / Luca Brück für milchplus.de

Der Parkplatz hat noch keine Höhenbeschränkung, das Campieren ist aber ausdrücklich verboten und die Polizei checkt mittags gerne mal, wer sich gerade herumtreibt.

La Palue / Lostmarc’h

Beachbreaks // W-Swell, O-Wind, alle Tiden

Nicht mal die Bunkeranlagen von Hitlers Atlantikwall spoilern die endlose Weite im Naturreservat. La Palue ist der Spot auf der Crozon-Halbinsel: Konsistent, mit oft langen, guten, aber nicht zu heftigen Wellen. Am besten bei auflaufendem Wasser. Lostmarc’h ist eine Bucht nördlich, hier laufen recht definiert eine Rechte und eine Linke an den Seiten der Bucht. Hält große Wellen und wird entschieden hohler.

Der Surfspot la Palue
Die Weite von la Palue.

Auch in Palue kann man nicht mehr Wildcampen. Auf dem Platz in der Senke (Zugang Lostmarc’h) wird es wohl manchmal toleriert, auf eigene Gefahr. Der alte Bustreff in La Palue ist nur mit Vans bis 1,90m zu erreichen, sonst muss man oben über der Bucht parken. Schlafen ist aber so oder so passé. Im Sommer gibt es einen Shuttleservice, dann ist das malerische Dörfchen nicht mehr mit dem Auto anzufahren (sic!). Der nächste Stellplatz ist in Crozon und nicht sonderlich schön. 

Eine Alternative in der Nach- oder Vorsaison: Sowohl Lostmarc’h als auch Palue sind wunderschöne bretonische Dörfer, ausgehöhlt für den Tourismus: Die gemauerten kleinen Häuser mit den blauen Läden sind großteils über z.B. airbnb zu mieten.

Plage du Ris

Beachbreak // W-Swell, S-Wind, alle Tiden

Ein gut vor Stürmen versteckter Strand am Ostende von Douarnenez. Braucht große Swells, bricht aber deutlich, bevor der Pointe de la Leyde ( les Roches Blanches) ins Laufen kommt. Beliebt bei Anfängern und Longboardern. Einige wenige Parkplätze an der Straße.

Baie des Trépassés

Beachbreak // W-Swell, SO-Wind, alle Tiden

In der deutschen Szene auch mal nur die „Baie“ genannt, als sei damit alles gesagt: Einer der bekanntesten Surfspots der Bretagne. Parkplätze in der Mitte der Bucht und am Nordende. Da gibt es auch Toiletten und Parkplätze für Wohnmobile. Die können im Sommer schnell voll werden, die Point du Raz als Pflichtsehenswürdigkeit ist nah (Da ist auch ein großer Stellplatz, teuer dafür ohne Service).

Ein Surfer am Surfspot Baie des Trespasses
Sommersurf im tiefsten Winter in der Baie. / David Brück für milchplus.de

Die Baie funktioniert oft, bei Wind von Süd bis Nord. Die Wellen können von Longboard freundlich bis wedgig alles sein. Kommt neben dem Swell auf die Tide an. Bei Hightide rollt eine Rechte die Felsen entlang, am liebsten im Sommer und Herbst. Im Hintergrund ist die Île de Sein zu sehen. Wer sie sieht, sieht sein Ende, heißt es auf bretonisch. Übrigens hat die Insel auch zwei, drei Reefbreaks zu bieten (Fähre von Audierne).

Saint Tugen

Beachbreak // W-Swell, NO-Wind, Low-Midtide

Surfen in der Bretagne: Der Surfspot Sait Tugen
Da knallt’s mal ordentlich. / Luca Brück für milchplus.de

Ein Beachbreak im fernen Les Landes Style. Hohle Wellen rund um Lowtide, klar definierte Peaks, Linke tendenziell bevorzugt. Wird voll wenn es groß ist und Nordwind hat. Gute Parkmöglichkeiten ohne Höhenbeschränkung und Schilder. Außer der Saison kann man möglicherweise mit dem Camper mal eine Nacht stehen. Respektvoll & auf eigenes Risiko.

Pointe de Lervily

Rechter Reefbreak // W-Swell, N-Wind, Mid-Hightide

Surfen in der Bretagne: Der Surfspot Point de Lervily
Da geht er wieder. Im Hintergrund die Ile de Vaches, vordergründig Lervily. / Luca Brück für milchplus.de

Der Pointe de Lervily und die Île de Vaches direkt östlich sind zwei heftige rechte Reefbreaks. Wie viele der bretonischen Wellen, die über Steine brechen, ist es auch hier besser, wenn etwas mehr Swell auf die Küste trifft. Wipeouts können Finnen, Boards oder Schlimmeres kosten. Strömung. Gun-Water, sobald es größer wird.

Der Küstenweg vom Hafen und der  Leuchtturm von Lervily sind ideal, um mit einem Sonnenuntergangsbier auf die Wellen zu schauen. Am Hafen sind Wohnmobilstellplätze (ohne Service, kostenlos). Von hier legen auch die Fähren zur Sein ab.

Gwendrez

Beachbreak // W-Swell, NO-Wind, Low-Midtide

Surfen in der Bretagne, der Surfspot Gwendrez
Das Weißwasser läuft in Richtung Strand, die Wellen auch. Schnell. / Luca Brück für milchplus.de

Ungeachtet anderer Beschreibungen ein ganz guter Beachbreak mit hohlen, teilweise langen Wellen. Nicht ganz einfach, auch tatsächlich etwas Surfbares abzugreifen. Parkplätze vor dem eher kleinen Strand. Wer Zeit und Muße hat, kann in der Umgebung noch einige weitere Wellen finden.

Penhors

A-Frame Reefbreak, Beachbreak // W-Swell, NO-Wind, Alle Tiden

Surfen in der Bretagne: Der Surfspot Penhors
An einem Sonntag im Februar. Penhors Madness. / Luca Brück für milchplus.de

Beliebter Spot am Beginn des langen, recht eintönigen Küstenabschnittes bis zur Pointe de la Torche. Der Reefbreak bevorzugt die Rechten, die lang und geschmeidig in die Bucht laufen können, aber eher flach brechen. Großer Parkplatz vor dem Break. Surfschule und Shops an der Promenade. Der Strand wird leerer in Richtung Süden.

La Torche, Inbegriff des bretonischen Surfens

La Torche

Beachbreak, W-Swell, SO-Wind, Alle Tiden

Der Hauptpeak ist direkt nördlich der Pointe de la Torche. Eine als Aufzug bekannte Strömung zieht an den Felsen vorbei direkt vor die Welle. Die bricht dann je nach Tide und Swellrichtung, fett und gemächlich oder schnell und hohl in den Channel und recht sportlich nach links weg.

Surfen in der Bretagne: Der Surfspot la Torche
Der Hauptpeak in la Torche. / Luca Brück für milchplus.de

Den Strand hinauf sind noch zahlreiche weitere Peaks, die nicht ganz so voll sind. Die Strömung kann ziemlich stark sein. Oft ist ein Longboard eine gute Idee. La Torche ist das Surfkaff der Bretagne mit Shops, Schulen und Cafés.

Deutlich mehr Moliets Flair als weiter nördlich. Es gibt einen 24h Parkplatz für Wohnmobile in Laufweite und – am Strand Pors Carn vorbei, den viele noch höher als la Torche einschätzen – einen Camping in Penmarc’h.

Quiberon

Reef und Beachbreaks // W-Swell, O-Wind, alle Tiden

Während die Küste nördlich meist den ganzen Swell aus dem Spiel nimmt, ragt die Quiberon Halbinsel wie ein ausgestreckter Finger in Nord-Süd-Richtung in den Atlantik. Die Westküste bekommt entsprechend ganz gut Swell ab. Die Wellen in Quiberon brechen oft über Gesteinsstrukturen, die mit Sand gefüllt sind. Die Wellen haben Kraft hier draußen.

Trotzdem bleibt Quiberon eine Region für die Jahreszeiten zu beiden Seiten des Sommers. Dann kommen die Wellen etwas zuverlässiger und die Touristen etwas weniger zuverlässig. Port-Blanc ist durch die Steilküste etwas geschützt vor Nordwind. Die Spots auf Quiberon werden oft voll. Für Anfänger sind die etwas geschützten Spots von Plouharnel oft eh die bessere Wahl: Der Plage de la Guérite und der Plage de Sainte Barbe sind gute Strände für Anfänger.

Spot-Tips

AnfängerFortgeschritteneBulli-Reisende
DauerbrennerLa PalueLa PalueLa Torche
LieblingGoulienLostmarc’hSaint Tugen
Semi-SecretPlage de RisAnse de Pen HatAnse de Pen Hat

Anreise in die Bretagne

Mit dem Flugzeug

Die Bretagne ist für viele deutsche Surfer das erste Stück Atlantik, das sie erreichen können. Und hier soll die Welt schon wieder zu Ende sein, Finis terè?

Mit dem Flugzeug kann man von Deutschland aus nach Brest und Quimper fliegen, allerdings immer nur über Paris und damit sollte diese Option eigentlich raus sein.

→ Flüge in die Bretagne suchen (Kayak Flugsuche)

Mit dem Bulli in die Bretagne fahren

Die Bretagne ist ein klassisches Busziel. Je nach Startort und Mautaffinität braucht man aus Westdeutschland um die 13 bis 16 Stunden. Die lange Fahrt wird einem auch dadurch versüßt, dass man am Ziel super mobil ist. Und das ist alternativlos. Außerdem kann man (wenn man von weit genug oben kommt) auch mal in der Normandie vorbeisteppen.

Surfen in der Bretagne: Ein Camper von Freeway in einer Bucht
Aber so was von angekommen. Hier soll auch eine Welle laufen, heißt es. / Luca Brück für milchplus.de

Unser Recherche-Trip mit FreewayCamper (zum Testbericht) im Februar hatte die folgenden Kennzahlen. Der Dieselpreis war natürlich sehr hoch – ein weiterer Grund, sich in Richtung Elektrocamper zu orientieren.

Reisedaten: 2.03 bis 16.03
Bus: VW T6.1 California Ocean
Verfahrene Kilometer Berlin – Audierne via Oldenburg (Retour): gesamt ca. 4500 Kilometer, davon etwa 1000 in der Bretagne
Reisetage: Je 2, von mittags bis abends mit Schlaf auf Rastplätzen
Mautkosten: 10 Euro. Hin ohne, zurück mit kurzem Mautstück. Wenn man alles zahlt sind es ca. 35 pro Weg. Lies hier nach, wie du sinnvoll Maut sparen kannst!
Dieselkosten: Ca. 680 Euro

Die Anreise mit dem Camper ist immer noch der Klassiker. Allerdings geht sie auch ins Geld. Wenn man davon ausgeht, dass man auch vor Ort ein Auto braucht, lohnt es sich aber trotz hoher Dieselkosten noch.

Die Mitgliedschaft in einem Automobilclub ist auf jeden Fall sinnvoll, wenn man nicht gerade mit einem Mietcamper unterwegs ist. Dann bekommt man unterwegs schnelle Pannenhilfe und ist auch bei Schäden und Unfällen zumindest was die Weiter- und Rückreise betrifft abgesichert.

Mit dem Zug in die Bretagne

Die Bretagne ist eine der wenigen europäischen Surfregionen, die man auch gut mit dem Zug ansteuern kann. Von Köln nach Quimper ist man nur 8 Stunden unterwegs, dank der Hochgeschwindigkeitszüge Thalys und TGV.

Wer dann noch weiter will muss sich etwas durchschlagen. Sinnvoller ist es, in Quimper auf einen Mietwagen umzusteigen. Der kann dann ja auch gern elektrisch betrieben sein.

→ Zur Seite der französischen Bahn

Unterkunft zum Surfen in der Bretagne 

Wild Campen in der Bretagne

Wer in den vergangenen Jahrzehnten mit dem Camper zum Surfen unterwegs war, hat immer eine Karte im Kopf: Die Portugiesen waren froh über jeden, der kam (oder zu höflich), in Spanien wird man mal weggeschickt, hatte aber sonst nicht viel zu befürchten und an Frankreich ist man halt schnell vorbeigefahren.

Surfen in der Bretagne, darf man wildcampen?
Ob der wohl hier stehen bleibt? Schilder und Höhenbeschränkung gab es jedenfalls nicht an diesem Strand. / Luca Brück für milchplus.de

Das ändert sich gerade. Grund ist natürlich die enorme Belastung der Strände und Gemeinden durch eine Vielzahl an Campern. Dabei auch viele, die sich um ein harmonisches Miteinander nicht scheren. Denn die Grundsätze sind eigentlich ganz einfach:

Ich parke und schlafe nur dort, wo ich es darf, im Zweifelsfall frage ich den Eigentümer und andere Camper
Ich nehme so wenig Platz in Anspruch wie möglich
Ich bleibe nicht für Wochen (die Franzosen sagen: “Sie stehen mit Saugnäpfen!”)
Ich richte kein Lager mit Markise, Tisch und Stühlen auf
Ich hinterlasse keine Spuren (Müll, Fäkalien)
Auf gar keinen Fall entsorge ich Grauwasser oder die Chemietoilette in der Umwelt

Klar, der problematische Punkt ist natürlich der Erste: In Frankreich gibt es kein Recht auf eine Nacht zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ wie in Deutschland (auch bei uns ist es nicht immer ganz so einfach…). Stattdessen darf man nicht im Auto schlafen (gleiches gilt übrigens für Italien, Österreich und die Schweiz).

Und genau das ist ja, was man will. Weil auch in Frankreich nicht jedes abgestellte Auto täglich auf illegale Schläfer untersucht wird, gibt es verschiedene Herangehensweisen der lokalen Behörden:

  • Im Süden (zum Beispiel in Hossegor) darf man sein Wohnmobil in vielen Gemeinden nachts nicht einmal abstellen. Sonst droht ein Knöllchen.
  • Die meisten Strände (auch viele in der Bretagne) haben eine Höhenbeschränkung. Früher meist 2,10 m heute meist 1,90 m
  • An vielen Stränden stehen explizite Verbotsschilder

→ Wer beim illegalen Wildcampen erwischt wird, dem droht ein Bußgeld von 1500 Euro

Was ist denn nun eigentlich Campen in Abgrenzung von Parken?

Mancherorts liest man, dass das Parken (und somit auch das schlafen) in Frankreich auf regulären Parkplätzen bis zu 7 Tage erlaubt sei (laut Code de la route, französisch, Äquivalent zur StVO).

Klar, parken darf man mit dem Wohnmobil, so man sich an die Parkplätze hält. Campen ist allerdings oft verboten und meint das Herausstellen von Stühlen, das Ausstellen von Dachzelten und das generelle Leben um den Bus. Mit dem Schlafen hat das Ganze aber nichts zu tun, das ist ja ohnehin verboten.

Surfen in der Bretagne: Ein kostenloser Wohnmobilstellplatz
Ein kostenloser Stellplatz am Pl. Charles de Gaulle bei Audierne. / Luca Brück für milchplus.de

Die Frage ist also nicht, ob man Wildcampen in der Bretagne darf (natürlich nicht, das sagt ja schon das “wild”), sondern, wie das Verbot durchgesetzt wird. Denn die Bretagne war eben der Fleck auf der imaginierten Camper-Karte, auf dem vieles noch wie vor 30 Jahren toleriert wurde: Tagelanges Campieren in la Palue etwa.

Auch nach 2013, als ein neues Gesetz zum Küstenschutz verabschiedet wurde und zahlreiche neue Verbotsschilder dazu kamen, ging das Wildcampen außerhalb der Feriensaison in vielen Fällen noch gut.

Doch das ist – Stand 2022 – nun vorbei. Vereinzelt mag es noch problemlos sein, eine Nacht in der Nebensaison zu stehen. Die generelle Stimmung ist aber anders. Auch im Februar unter der Woche kontrolliert die Polizei die Parkplätze (tagsüber) um sich einen Überblick über potentielle Wildcamper zu verschaffen. Zusammenfassend in einigen Stichpunkten:

Offiziell verboten (und zwar via mehrere Gesetze)
Bis vor kurzem weit verbreitet toleriert
Heute zahlreiche Verbotsschilder
Polizei kontrolliert
Viele Höhenbeschränkungen
Auf der Crozon Halbinsel nicht zu empfehlen (ganzjährig)
Sonst von November bis Februar teilweise möglich, immer mit Risiko
Es gibt zahlreiche (auch kostenlose) Stellplatzalternativen

Camping- und Stellplätze

In der Bretagne gibt es sehr viele schöne Camping- und Stellplätze.

Besonders günstig sind die Camping Municipales, die städtischen Campings
Eine gute Übersicht über alle Arten von Stellplätzen bieten Apps wie Park4night
Wer einen Camping am Strand sucht, sollte reservieren

Die Stell- und Campingplatz Tipps für die Bretagne von Nord nach Süd:

Camping Municipal du Fond de la Baie / Locquirec

Gemütlicher Zwei-Sterne-Camping mit Golfplatzrasen und Meerblick. Vom Stellplatz aus. Der Strand vor dem Camping ist breit und die Bucht ruhig. Zu den Surfstränden ist es ein Kilometer nach Norden. Die Preise gehen von 11 bis 17 Euro für einen Stellplatz mit 2 Erwachsenen, egal ob mit Zelt oder Wohnmobil. Überaus gut bewertet.

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Communal Camping Dossen – Santec / Le Dossen

Traumhaft gelegener Camping mit Strandzugang und wenig Attitüde. Äußerst charmant und natürlich belassen. Trotz der Abgeschiedenheit nahe zu vielen Restaurants, Cafés, Bäckereien. Sehr günstig und ideal fürs SUPen im Sommer und Surfen an guten Tagen.

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Aire de Camping-Car Pen Hir / Camaret

Guter Stellplatz für vergleichsweise günstige 10 Euro / 24 h. Ver- und Entsorgungsstelle, keine Grauwasserbucht, Strom zentral. Zum Strand Plage de Pen Hat sind es knappe 10 Minuten zu Fuß. Guter Ausgangspunkt für die Crozon-Halbinsel.

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Camping Plage du Goulien / Crozon Halbinsel

Sehr beliebter Platz direkt am Plage de Goulien. Super Anfänger und Familienstrand. Entspannt, grün und relativ naturbelassen. Der Platz ist im Sommer für mehrere Wochen ausgebucht. Eher etwas teurer, geht aber, wenn man deutsche Plätze gewohnt ist.

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Aire de Camping-Car Morgat / Crozon

Eher parkplatzartiger Stellplatz. Gut geeignet auch für große Mobile. Ver- und Entsorgungsstation, kein Strom. Man braucht die Registrierung und Karte von Camping-Car Park (5 Euro zusätzlich). 24h kosten 10 Euro. Am Hafen bricht manchmal eine dieser mythischen Wellen, eher eine Nummer zum Zuschauen. Nächster Stellplatz für la Palue und Lostmarc’h.

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Parking de la Pointe du Raz / Baie de Trépassés

Nicht schön, aber schön gelegen. Viele Dickschiffe, die wegen des spektakulären Pointe du Raz kommen und sich über den Spaziergang aufregen. Außerhalb der Saison geht es aber. 6,50 fürs Parkieren, 15 Euro für die Nacht. kein Wasser oder Strom aber öffentliche Toiletten. Zu Fuß gute 20 Minuten bis zur Baie de Trépassés.

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Pl. du Général de Gaulle / Audierne
Surfen in der Bretagne, Stellplatz Tipp bei Audierne
Sonnenaufgang, Wellen fußläufig vom Bus. Und umsonst der Stellplatz. / David Brück für milchplus.de

Ein Tag- und Nachtparkplatz für Autos und Wohnmobile. Im Sommer das Tor zur Touristenhölle, hier legt die Fähre zur Seine ab. Dafür umsonst. Kein Service aber öffentliche Toiletten. Der Point de Lervily ist direkt ums Eck, der Weg dorthin spazierenswert.

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Aire de Camping-Car la Torche

Ein kleiner Platz an der Straße zur Pointe. Zu Fuß etwa 5 Minuten zum Meer. Mit dem Auto natürlich auch. Kann wohl auch mal laut und chaotisch werden, dafür aber umsonst für 24 Stunden.

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Les Campings du Quiberon

Auf der Halbinsel gibt es unglaubliche 15 Campingplätze. Insgesamt ist das Wohlfühl-Niveau hier (wenigstens in der Saison) nicht ganz so hoch, wie in der restlichen Bretagne. Gut ist der Camping Municipal du Rohu: Einfache Plätze mit Meerblick, vergleichsweise günstig. Wer Surfen will nimmt aber lieber den Camping Municipal de Kerhillio, der direkt nördlich der Quiberon liegt.

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Surfen lernen in der Bretagne als Anfänger

Obschon die Gewässer rund um die Bucht von Douarnenez und Co. zu den wildesten Europas gehören, ist die Bretagne auch für Anfänger sehr gut geeignet. Viele Strände sind so versteckt, dass die Wellen besonders oft sanft einrollen – oder viel Weißwasser vor sich herschieben, das gut zum Aufstehen-Üben ist.

Pro
  • Gute Anfängerstrände
  • Schöne Campingplätze mit Strandzugang
  • Gute Surfschulen
  • Vielseitige Küste
Contra
  • Kaltes Wasser
  • Manchmal Swellmangel am Campingplatz-Strand
  • Voll im Sommer

Surfcamps & Surfschulen

Wo sollte man hin, wenn man das Surfen ausprobieren oder lernen möchte? Ein paar Tipps für die ersten Stehversuche.

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Die 3 Random-Tipps für den Surftrip in die Bretagne

Wir sind hier nicht der rundum-sorglos Reiseführer. Aber weil man so viel machen kann, geben wir mal 3 Inspirationen für euren Surftrip in die Bretagne.

Austern essen in Saint-Malo / Cancale

Die Austernhauptstadt der Bretagne und gleichzeitig gar nicht wirklich bretonisch. Die Einwohner von Saint-Malo haben immer schon ihr eigenes krummes Ding gedreht. Und so halten sie es heute auch mit den Austern.

Surfen in der Bretagne, Austernessen in Cancale
So geht das, wenn es nach uns geht. / © Juli Wey

Sind die Austern im Süden groß und einigermaßen gleichförmig, die aus Saint-Malo sind klein und knarzig. Zwei Dutzend sind auf jeden Fall kein Problem für zwei. Entweder im kleinen Touri-Markt direkt in der Bucht von Cancale (führt zu Google Maps) oder direkt beim Erzeuger an der Panorama-Straße nach Osten (ebenfalls Google).

Dazu natürlich Baguette mit gesalzener Butter und ein Muscadet, so trocken wie er nur sein kann. Und etwas Zitrone. Gut also, wenn man in der Nähe schlafen kann, der Stellplatz von Cancale eignet sich hervorragend (12 Euro für 24 h).

Galette selber machen

Die bretonischen Pfannkuchen sind das ideale Mitbringsel für zu Hause: Eben nicht ‘ne doofe Dose Thunfisch, die dann verstaubt; oder alte Austern, Perle hip oder hop, sondern etwas viel wertvolleres: Wissen. Denn die Pfannkuchen aus Buchweizenmehl sind – logisch – glutenfrei und damit so bekömmlich wie sonst nichts, was Käse darauf hat.

Surfen in der Bretagne: Zutaten für selbstgemachte Galette
Das wären so die Zutaten für den Teig. / David Brück für milchplus.de

Kommen wir zum technischen Teil: Es gibt mal mindestens zwei Versionen des Grundteigs.

Mit Ei und ohne Ei. 

Damit der Teig ohne Gluten bindet, muss er ruhen, die beginnende Fermentation ist dann wohl der Trick. Die Ruhezeiten gehen von 1 Stunde bis 1 Tag und wir empfehlen letzteres.

Rezept aus der Süd-Bretagne (für 4):

  • 250 g bretonisches Buchweizenmehl
  • Eine gute Prise Salz
  • Eine Prise Pfeffer
  • Ein Ei
  • Zwei Teelöffel Olivenöl
  • 500 ml Wasser

Rezept aus der Nordbretagne (für 4):

  • 250 g bretonisches Buchweizenmehl
  • Eine sehr gute Prise Salz
  • 530 ml Wasser

Alle Zutaten mit einem Schneebesen gut verrühren, das Wasser nach und nach unterrühren. Einen Tag in den Kühlschrank stellen. Nochmal durchschlagen.

Etwas Butter in die Pfanne geben. Mit einer kleinen Kelle Teig in die heiße Pfanne oder auf das Crepeeisen geben, schwenken, damit nur ein dünner Teigfilm alles bedeckt. Nach etwa 5 min. wenden, die Hitze reduzieren und jetzt belegen.

Grundsätzlich kann man eh alles in die Galette packen. Warum nicht zum Beispiel Fish-Tacos (Chili-Mayo und Guacamole) mal als Galette Variante?

Surfen in der Bretagne, selbstgemachte Galettes
Ganz freche Galettes mit angebratenen Pilzen, Guacamole und Sardinen. / David Brück für milchplus.de

Zwei einfache Klassiker sind aber:

  • Schinken-Käse-Ei

Der salzige Klassiker. Eine Scheibe guter Hinterkochschinken, gerne gerupft, geriebener Emmentaler, fertig. Fortgeschrittene schlagen noch ein Ei in die Geschichte.

  • Caramelcrème

Natürlich geht auch süß wunderbar. Und das einfachste ist, eine gute Ladung Salzbutter-Karamelcremé (“Crème de caramel au beurre salé”) auf den Galette zu packen.

Bretonische Flut (Kommissar Dupins fünfter Fall)

Wer in der Bretagne unterwegs ist, hat sehr wahrscheinlich schon von Kommissar Dupin gehört. Der freundlich kauzige Bonvivant (nur Essen, kein Sex) tourt durch die schönsten Buchten der Bretagne, hat dabei stets stillbaren Hunger und unstillbaren Cafédurst.

Surfen in der Bretagne
„Surfer lieben es, in den Sonnenuntergang zu surfen.“ – ach nein, Commissaire. Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, ist doch egal. Hier wäre ich allerdings fast zur Akte geworden. Die Steine sind oft wirklich tückisch. / David Brück für milchplus.de

Und am Ende löst er einen Kriminalfall, der sich vor allem durch ausufernde historische Verwicklungen auszeichnet. Jean-Luc Bannalec aka Jörg Bong ist mit den ersten drei Fällen einer der führenden Lokalkrimi-Schreiber geworden, hat das Genre vielleicht sogar neu für die Reiseliteratur erschlossen.

Trotzdem ist Buch Nummer Fünf eine unbedingte Empfehlung, am besten als Hörspiel für all die kleinen und großen Fahrten von Spot zu Spot. Es geht um die Ile de Sein, Algenfischerei, einen fabelhaften Schatz und Delfine und alles spielt in und um die Bucht von Douarnenez, also genau da, wo man sich als Surferin wahrscheinlich herumtreibt.

Fazit

Die Bretagne ist eine wunderbar gegensätzliche Region, für Entdecker und Müßiggänger, für Puristen wie Bon-Vivants. Für Familien und für einsame Wölfe.

Klar gibt es auch einige Dinge, die einen vielleicht doch wieder nach les Landes treiben: Kaltes Wasser, viel Regen und ein Küstenverlauf, der Chance und Nervtöter für Surfer sein kann.

Der kleine Hafen an der Felsnase der Baie des Trespasses. / David Brück für milchplus.de

Aber all das kann man natürlich Jahrzehntelang behaupten, wenn man es nicht ausprobiert hat. Da ist es doch schlauer, der Bretagne mal eine Chance zu geben. Denn man merkt schnell, ob die Region einem liegt.

Im Sommer kann es sehr voll werden in der Bretagne. Wer auf einen Campingplatz will, sollte unbedingt reservieren. Und auch die Stellplätze können dann zur Häuserschlucht werden, wenn man in einem Bulli liebt.

Apropos Bulli: Wildcampen ist auch in der Bretagne keine gute Idee mehr. Auch außerhalb der Saison ist vielerorts die Chance auf ein Knöllchen gestiegen. Aber es gibt genug Stellplätze, auch umsonst oder günstig. Und ein kleiner Bus bleibt das Idealgefährt für die Erkundung all der kleinen Buchten und Strände.

Ich denke, damit wäre alles gesagt. Schreib uns gerne einen Kommentar, wenn dir hier zu viel oder zu wenig Informationen drin stecken. Oder auch, wenn es genau passt.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Surfen in der Bretagne?

Das kommt ein bisschen auf dein Surf-Level und viel auf deine Leidensbereitschaft an. Welche Wassertemperatur bist Du bereit zu tolerieren? Für Anfänger ist der Sommer am besten, die Monate Juli und August und vielleicht auch die ersten Septemberwochen, wenn es langsam leerer an den Stränden wird. Fortgeschrittene und Experten kommen am besten im Herbst. Im September und Oktober kommt vieles Gute zusammen: Wärmeres Wasser, guter Swell, Nachsaisonpreise auf den Campingplätzen.

Wie sind die Wellen in der Bretagne?

Die Bretagne ist die vielseitigste Surfregion Frankreichs. Mit gut 1000 (konservativ gezählten) Küstenkilometern und Buchten für jede Windrichtung findet sich fast immer eine gute Welle – diese auch zum richtigen Tidenstand und überhaupt zu finden ist allerdings gar nicht so einfach. Viele der Beachbreaks sind gut geeignet für Longboarder und Anfänger, weil die Wellen oft eher gemächlich brechen. Die Reefbreaks laufen oft über Felsbrocken, auf die man achten sollte. Generell sind die exponierteren der Spots in wilden Gewässern: Viel Strömung und nur knapp unter der Wasseroberfläche liegende Felsen. Die Pointbreaks, von denen es auch einige gibt, sind hier mitgemeint. Grundsätzlich gibt es also Wellen für alle Niveaus, Intermediates gehen aber oft auch lieber an die guten Beachbreaks von la Palue oder Goulien als an die teils heftigen Pointbreaks.

Kann man in der Bretagne Wildcampen?

Man kann, es ist allerdings verboten (durch gleich 3 Gesetze und Verordnungen mindestens) und wird immer häufiger bestraft. Ganz sicher wird niemand mehr mehrere Wochen im Naturschutzgebiet abhängen, egal ob mit Zelt oder Camper. Einzelne Nächte weit außerhalb der Saison an den abgelegeneren Stränden können klappen – eher zu empfehlen ist aber, sich eine gute Karte mit günstigen oder sogar kostenlosen Stellplätzen in Wellennähe zu erstellen. 

Kann man als Anfänger in der Bretagne surfen lernen?

Sehr gut sogar, viele der Strände eignen sich ideal zum Surfen lernen, es gibt viele gute Surfschulen und oft auch Campingplätze in Strandnähe. Der Sommer ist die beste Zeit dafür, weil dann die Surf-Infrastruktur brummt.

Was ist das Besondere an der Bretagne?

Die Mischung macht’s: Nicht so einförmig wie der Strand südlich von Arcachon und doch immer noch Frankreich. Touristisch zwar, aber wegen der Kultur (und der Buchten), nicht nur wegen der Instagramability – die ohne Zweifel gegeben ist. Und zum Surfen? Da gibt es genug Wellen und Gründe, die Bretagne auf der Bucket-List nach oben zu schieben.

Was sind die besten Spots der Bretagne?

Viele gute Surfspots sind auf der Crozon-Halbinsel zu finden: La Palue, Lostmarc’h und der Point de Dinan etwa. Daneben gibt es auch im Westen von Brest einige oft wilde Spots und an der Nordküste viele geheime Perlen. Südlich der Crozon, bei Audierne, ist mit der Baie des Trepasses einer der bekanntesten (weil schönsten) Spots der Bretagne und etwa 50 Kilometer südlich mit la Torche der Dauerbrenner zu finden.
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Luca Brück

Luca ist ein Tee trinkender Surfrabauke aus dem Schwarzwald. Seine Brötchen, den Tee und die Surfboards verdient er als Journalist und Blogger. Aktuell lebt und schreibt Luca in Oldenburg.

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