Surfen an der Algarve

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An der Algarve kommt das Beste aus beiden Welten zusammen, die Strandpartys und die Wellen des Winters; die raue Schönheit der Natur und die Leichtigkeit des Seins beim Surfen.

Einer der wichtigsten Surffilme heißt, Du weißt schon, The Endless Winter. Winter? Stimmt, der ikonischere Film (und natürlich spielt auch The Endless Winter nur auf das große Vorbild an), ist der in der Komplementärsaison spielende, oft zitierte und nie erreichte Endless Summer.

Doch Surfen ist letztlich eine Wintersportart, wenigstens in Europa, wo die besten Wellen in der kalten – und hier trifft das Prädikat auch wirklich zu – Jahreszeit approximieren und letztlich vollendet glitzernd und eiskalt zwischen Schottland und Marokko anbranden und die Anhänger des Surfkultes mit ihrer Gottesfrucht, ihrem Opioid füttern.

Die besten Surfspots an der Algarve (mit Karte)

Kaum eine Region in Europa ist so vielseitig wie die Algarve.

Mit zwei Küsten und etwa 270° Swellwinkel ausgestattet, finden sich das ganze Jahr über gute Wellen für alle Niveaus. Doch andererseits ist diese Vielfalt mitunter enervierend, sind die Wellen an der Westküste zu groß und verblasen, an den Sagres Spots und rund um Luz dagegen kaum existent.

Nein, die Portugiesen sind zu höflich für den Brown’schen „You shoul’d have been here yesterday, mate“ move, doch die Wahrheit steht ihnen ins lachende Gesicht geschrieben.

In der Karte findest Du die meisten der Algarve-Spots mit Kurzbeschreibungen zu den besten Bedingungen, damit ihr zur richtigen Zeit am richtigen Strand steht.

Top 10: Die besten Strände zum Surfen an der Algarve

Arrifana

Ehemaliger Secret-Spot im Ausverkauf und trotzdem immer noch ein Highlight

Arrifana: eine Verheißung aus vergangenen Tagen, ein langer rechter Pointbreak (Welle 1), der auch noch einigermaßen vor den vorherrschenden Nordwinden geschützt ist. Bei Lowtide in großen Swells brechen die Wellen schnell und nicht unbedingt anfängerfreundlich.

Die tummeln sich im Shorebreak (Welle 2), auch weil die Surfschulen gerne hierher fahren, oft konkurrieren viele Surfer um schlechte Wellen.

Arrifana ist eben einer der bekanntesten Spots der Algarve und mit dem Fame kam auch die Infrastruktur: Surfschule, Surfshop und Café – obschon es wesentlich Beginner freundlichere Strände gibt.

Canal

Surfen an der Algarve: Spotmap von Canal

Ein weiterer der vielen rechten Points mit Qualität zur Lowtide

Durch eine Felsnase versteckt vor der Strahlkraft der berühmten Nachbarwelle, liegt Canal direkt südlich von Arrifana und ist über eine Dirtroad zu erreichen (Keine Infrastruktur hier).

Als secret kann man auch Canal nicht mehr betiteln, aber die beiden guten rechten Wellen (eine Outside bei den Klippen und eine Inside über Steine und Sand am Strand) sind doch oft bedeutend leerer. Außerdem brechen die Wellen schon in kleineren Swells als in Arrifana, brauchen aber saubere Swells und wenig Wind. Wenn die Wellen hier groß werden, ist die Strömung stark und nicht ganz ungefährlich.

Praia de Vale de Figueiras

Surfen an der Algarve: Spotmap vom Vale de Figueiras

Schöner Spot für kleine Sommertage

Ein weiterer Spot für den sich eine gute Bereifung lohnt – am Besten folgt man der Schotterpiste über Monte Novo. Am langen Strand finden sich viele Peaks, manche nur über Sand, andere über Riffs. Selten wird es sehr voll hier, nur die ein oder andere Surfschule sucht auch die idyllische Abgeschiedenheit.

In kleinen Swells ohne Wind auch für Anfänger ein guter Spot. Werden die Wellen allerdings größer, wird es schnell ungemütlich und die Strömungen heftig. Kein Spot zum alleine Surfen! Es gibt keinen Rettungsposten hier.

Carrapateira

Surfen an der Algarve: Spotmap von Carrapateira

Potential ohne Ende und ein schöner Wohnmobilparkplatz in der Nebensaison

Direkt unterhalb des Parkplatzes läuft rund um Lowtide der lange linke Point von Carrapateira. Von rechts bricht eine schnelle, griffige Rechte in die Flussmündung und weiter den endlosen Sandstrand hinauf finden sich unzählige Peaks mit guten Wellen. Allerdings ist es gefühlt immer windig am Strand von Carrapateira/Bordeira und oft sind mehr Kiter als Wellenreiter unterwegs.

Komm, wenn der Wind eine Pause macht oder auch einfach mal für ausgedehnte Strandspaziergänge oder wenn dir die Lust auf den Wahnsinn der Sagres Spots vergeht. In den Sommermonaten gibt es eine kleine nette Beachbar und einen Surfmaterial Verleih.

Praia do Amado

Surfen an der Algarve: Der Free-Camping Spot Amado

Einer der bekannteren Beachbreaks der Westalgarve mit Surfschulen und großer Free-Camper Szene

Der Praia do Amado liegt direkt südlich von Carrapateira und gilt als einer der besten Strände der Westalgarve. Besonders in der Sommersaison ist richtig Trubel im Wasser, auch wegen der beiden Surfschulen vor Ort. Und wirklich können die Sandbänke richtig gute Wellen in kleinen sauberen Swells und Ostwind liefern.

So richtig erklärt die Wellenqualität aber nicht die Beliebtheit. Vielleicht spielt auch der große Parkplatz, auf dem es in den vergangenen Jahren eine richtige Free-Camper Community gab, eine Rolle. Die Felsen bieten etwas Schutz vor Nordwind und fangen auch ein bisschen Swell ab. Anfängerspot.

Praia do Castelejo

Surfen an der Algarve: Spotmap Praia do Castelejo

Abwechslung: Ein langer, linker Pointbreak

Die Strände um Vila do Bispo gehörten zu den letzten von den Locals sorgsam gehüteten Secret Spots der Algarve (und es gibt immer noch welche). Am Praia do Castelejo bricht nämlich in den richtigen Bedingungen (Lowtide, kleiner, sauberer Swell und Ostwind) eine lange Linke über nur knapp verborgene Steine.

Doch wie das oft ist mit den geheimeren Spots: Sie sind halt nicht offensichtlich und etwas fickle. In den Sommermonaten gibt es eine Surfschule, dann können auch die Parkplätze hier knapp werden.

Tonel

Surfen an der Algarve: Spotmap von Tonel

Variabler Beachbreak und der konsistenteste Sagres Spot

Tonel ist fast beim Fortaleza Sagres. Man kann ihn weder wirklich zu den Südküsten-Spots zählen, dafür ist er zu westlich ausgerichtet, noch zu den Westküstenspots, denn die Felsnase im Nordwesten schirmt ihn doch ganz gut ab. Das felsige Halbrund ist nur von der Rampe durchbrochen, über die man an den Strand kommt.

Verschiedene Peaks laufen bei allen Tiden außer Hightide und im Norden bietet der Strand auch Schutz vor Nordwind, braucht dann aber schon beachtlich Swell. Ein typischer Herbst und Winterbreak für Fortgeschrittene Surferinnen.

Praia do Barranco

Surfen an der Algarve: Spotmap von Barranco

Blechhalde des Zorns und wunderschöner Anfängerspot am Ende eines gepflasterten Sträßchens

Mitten im Naturschutzgebiet gelegen war der Praia do Barranco lange das Winterlager einiger Wohnmobilisten und Althippies. Während die portugiesischen Eigentümer ringsherum nicht einmal einen Wohnwagen auf ihr Grundstück stellen durften, wuchs die Zahl der Vans unten von Jahr zu Jahr und seit Corona 2020 wird das Dauercampen wohl endgültig nicht mehr geduldet.

Dennoch ist der Strand die lange Anfahrt über die inzwischen wieder sehr holprige Strandstraße auf jeden Fall Wert, speziell, wenn ein guter Südwestswell angesagt ist. Dann läuft nämlich eine schöne und harmlose Rechte über die Steine und das auch noch von Mid- bis Hightide.

Zavial

Surfen an der Algarve: Spotmap von Zavial

Locals Lieblingsspot und Bilderbuch Wedge

Der kleine Parkplatz zittert bei jedem großen Swell aus Nord- Südwest, denn dann kommen die Busse aus nah und fern. Die Welle selbst ist erst von den Felsen ersichtlich, direkt bei der Landzunge heben sie sich bei Lowtide plötzlich aus dem glatten Wasserspiegel und brechen schnell und hohl in Richtung Strand.

Eine Setwelle zu bekommen ist am Peak beinahe ausgeschlossen und die Wellen am Strand machen meist zu. Trotzdem der beste Spot der Südküste. Wem es zu voll wird, der kann sein Glück auf der anderen Seite der westlichen Landzunge suchen, wo eine Linke Welle auf ganz eigentümliche Weise bricht (sie hört auf den Namen Ingrina).

Praia da Luz

Surfen an der Algarve: Spotmap vom Praia da Luz

Kaltes wie mit dem Lineal gezogenes Blau läuft auf warm getünchtes Weiß

Luz ist ein Dörfchen im typisch weißen Algarve Gewand. Der Strand wartet mit einem langen linken Pointbreak auf, der überraschend oft funktioniert. Ist der Swell besonders groß und aus Südwest, bricht vor der Promenade im Westen eine schnelle, klare Rechte. Dann wird der halbrunde Stadtstrand von zwei Pointbreaks umrahmt und kann dennoch überraschend leer sein. Ein Spot für den Winter. Das Parken mit Wohnmobilen ist hier nachts verboten.

Wetter und Conditions an der Algarve

Die beste Reisezeit zum Surfen an der Algarve

Die Algarve ist das ganze Jahr über ein lohnendes Ziel zum Surfen. Die beste Reisezeit ist dabei sehr von deinem Können und deinen Erwartungen an Wetter und Wassertemperatur abhängig.

AnfängerMai – Oktober
FortgeschritteneOktober – April
ExpertinnenOktober  – April

Die Algarve mit ihrer variablen Küste und den vielen Sonnenstunden ist fast das ganze Jahr über ein lohnendes Ziel für SurferInnen und alle, die es werden wollen.

Die besten Bedingungen für die Westküste finden sich in der Regel zwischen September und November und für die Südküste von Oktober bis April. Dieser Zeitrahmen gilt grob für fortgeschrittene Surfer. Anfänger finden eigentlich immer gute Bedingungen vor, an den geschützten Südstränden im Winter und den exponierten westlichen Swellmagneten im Sommer.

Surfen an der Algarve: Unterwegs mit dem Bulli
Auf keinen Fall ist das ein ehemaliger Wildcampplatz an der Algarve, zwinker, zwinker. / Foto: Luca Brück

Daher rücken auch andere Faktoren bei der Wahl der Reisezeit in der Vordergrund: Im Winter fällt die Wassertemperatur bis auf 14° und auch die Nächte werden ganz schön zapfig. Dafür ist außerhalb der sommerlichen Hauptsaison wesentlich weniger los und auch die Preise für Unterkünfte und Camper fallen bis in die „fast geschenkt“ Region.

Auch zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass im Sommer das Wildcampen nicht mehr toleriert wird (in den anderen Saisons vermutlich vereinzelt schon) und auch die Campingplätze und offiziellen Wohnmobilstellplätze sind im Juli und August oft ausgebucht.

Übersicht über die Klimadaten und die Surfconditions

Von welchen Wassertemperaturen sprechen wir denn? In der Tabelle finden sich die Klimadaten für die Algarve in der Monatsübersicht.

MonatWellensicherheitWassertemperaturLufttemperaturRegentage
Januarsehr hoch15 – 18 °C16 °C7
Februarsehr hoch14 – 16 °C16 °C6
Märzsehr hoch14 – 17 °C17 °C8
Aprilhoch14 – 18 °C18 °C5
Maimittel15 – 20 °C20 °C3
Juniniedrig15 – 22 °C22 °C1
Juliniedrig16 – 22 °C24 °C1
Augustniedrig16 – 22 °C25 °C1
Septemberhoch16 – 23 °C24 °C2
Oktobersehr hoch18 – 22 °C22 °C4
Novembersehr hoch16 – 20 °C19 °C7
Dezembersehr hoch16 – 19 °C17 °C7

Geologisch in Afrika gelegen hat die Algarve zusammen mit Andalusien das wohl angenehmste Klima auf dem europäischen Festland während des Winterhalbjahres. Doch die hohen Durchschnittstemperaturen täuschen etwas, nachts wird es öfter empfindlich kalt und das ganze Jahr über kann der frische Wind für (gefühlte) Abkühlung sorgen. Auch die Wassertemperaturen schwanken im langjährigen Vergleich ganz erheblich und ein Blick auf die aktuellen Daten einer Messboje oder ein Anruf bei der Surfschule des Vertrauens vor dem Urlaub sind eine gute Idee.

Die vorherrschende Windrichtung ist Norden und von Februar bis August weht es auch sehr häufig und stark aus dieser Richtung. Von September bis Januar ist der Wind etwas schwächer im Schnitt und kommt von Oktober bis Dezember auch häufiger aus NNO – NO, was an vielen der westlichen Spots als offshore durchgeht.

Die richtige Neoprenanzug Dicke für die Algarve

Wegen der Kälte und nicht vor Erschöpfung aus dem Wasser zu gehen, ist super ärgerlich. Dank der modernen Wetsuits ist das nämlich ziemlich vermeidbar. Die folgende Tabelle ist eine Empfehlung. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Wohlfühltemperatur und damit auch der richtige Neo Typsache sind.

Jan. – April / 15  °C — 4/3 + Booties
Mai / 16 °C — 4/3
Juni / 18 °C — 3/2
Juli / 19 °C — 2/2
August / 20 °C — Shorty
Sept. / 21 °C — Shorty
Okt. / 19 °C — 3/2
Nov. / 18 °C — 3/2
Dez. / 17 °C — 4/3

Ganz wichtig ist beim Neoprenanzug (wichtiger als die Dicke), dass er richtig passt! 4/3 bezeichnet die Dicke des Wetsuits in Millimetern. Arme und Beine sind dabei meist etwas dünner als der Torso, deshalb werden zwei Zahlen (manchmal drei) genannt. Alles, was man sonst noch wissen kann, findest Du in unserem ausführlichen Ratgeber zu Neoprenanzügen.

Die aktuellen Surf-Conditions an der Algarve

Die Vielseitigkeit der Algarve ist auch eine Herausforderung, denn zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein ist gar nicht so einfach. Zu den Pioniertagen an der Algarve hieß das noch Wetterkarten studieren, hoffen und viele Wege umsonst machen.

Heute kann wirklich jeder einen Surfforecast lesen oder ebendas lernen, es ist wirklich nicht schwierig. Die Schwierigkeit besteht darin, zu beurteilen, für welchen Strand die vorhergesagten Bedingungen ideal sind und welche Fehler die Surf-forecasts möglicherweise machen, weil sie die Swellrichtung oder etwas anderes nicht ganz richtig beurteilen.

Die aktuellen Vorhersagen bekommt ihr auf https://de.magicseaweed.com/ oder https://www.surf-forecast.com/. Auch bei https://www.windguru.cz/ gibt es den Waveforcast und die genaueste Aufschlüsselung der Windvorhersage. Da der Wind an der Algarve oft eine besonders große Rolle einnimmt, ist der Windguru eine gute Recherche Adresse.

Anreise an die Algarve

Mit dem Flugzeug

Die Algarve hat nur einen relevanten Flughafen in Faro.

Faro ist etwa 115 km von Sagres entfernt, der Surfzentrale der Algarve. Der Flughafen wird von einigen günstigen Fluglinien direkt aus Deutschland aus angesteuert.

Auch die Flughäfen von Sevilla und Lissabon können für manche Reisende interessant sein, wenn zum Beispiel ein Roadtrip mit dem Wohnmobil angedacht ist.

Die folgende Tabelle gibt dir einen Überblick über die Direktflüge nach Faro aus dem deutschen Sprachraum. Auf Vergleichsseiten wie Skyscanner, Swoodoo oder Kayak kann man auch sehr gut die verschiedenen Flugoptionen mit der Preisentwicklung abrufen.

Faro
BaselEasyjet
BerlinRyanair
DüsseldorfRyanair
FrankfurtRyanair
HamburgEurowings
KölnRyanair
MemmingenRyanair
MünchenEurowings
WienRyanair
ZürichSwiss

Mit dem eigenen Bulli an die Algarve fahren

Für die Anreise mit dem eigenen Bus oder Auto muss man auf jeden Fall genug Zeit einplanen und überhaupt haben.

Die Algarve ist dabei das ultimative Roadtripziel von Deutschland aus. So viele Wellen, so viel Küste und auch so viel Kultur gibt es unterwegs zu entdecken. Und mit jedem Breitengrad nach Süden lässt sich der Effekt des nahenden Winters umkehren und auch der beständige Regen der iberischen Nordküsten wird weniger.

Besonders im Herbst macht sich daher eine Kolonne an Bussen und Wohnmobilen auf den langen, aber wenig beschwerlichen Weg an die Algarve. Und auch vor Ort ist so ein Bus natürlich ziemlich unschlagbar. Irgendwas mit Rädern und Motor ist die einzige echte Möglichkeit, um das ganze riesige Potenzial der Algarve surferisch zu heben.

Die Verlockungen aus Sonne und Salz ziehen mittlerweile aber dermaßen viele Surfer und andere Reisende an, dass die Wohnmobil-Touris eine Belastung für die Natur und die Portugiesen werden. Wie die Situation vor Ort genau ist und ob die Campingplätze Stellplätze freihaben, sollte man daher laufend verfolgen und erfragen. In jedem Fall hilft freundliches und respektvolles Auftreten – in und außerhalb des Wassers.

Entfernung Köln – Sagres: ca. 2500 Kilometer
Reisetage: Mindestens 5 Tage, besser 10.
Mautkosten: Etwa 120 Euro
Dieselkosten: Bei direkter Anfahrt etwa 350 Euro, als Surftrip etwa 450 Euro für einen Weg.

Mit dem Bulli, Womo oder Surfvan bis an die Algarve zu fahren lohnt sich (je nachdem, wie die Bedingungen sind) ab ungefähr fünf Wochen Reisezeit, wenn ihr nicht ganz langsam unterwegs seid.

Eine ADAC plus Mitgliedschaft kann bei einer so weiten Reise Gold oder wenigstens etwa ein neues Surfboard wert sein.

Bulli / Surfvan mieten an der Algarve

Deine Mobilität vor Ort

Um das ganze Potential der Region auszunutzen, gibt es nichts Besseres als einen Van. Neben den ganzen abgelegenen Spots gibt es noch viele weitere Aussichtspunkte und Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Oft kann man direkt über der Brandung schlafen und morgens als Erste rauspaddeln.

Da sich die Camper Situation in den vergangenen Jahren aber eklatant verschärft hat, sollte man die jeweilige Situation immer gründlich eruieren, bevor man frei steht. Ein hilfreiches Tool ist etwa die App von Park4Night. Darüber teilen Nutzer ihre Stehplätze mit Fotos und Erfahrungsbericht.

Der Preis für das rollende Bett war lange Zeit die lange Anfahrt mit dem eigenen Bus (den man natürlich erst mal kaufen und pflegen musste). Und das hat auch immer noch einiges für sich. Es ist aber auch nicht die schlechteste Idee, sich vor Ort einen Camper zu mieten: Die An- und Abreise mit dem Flugzeug verkürzt sich enorm und ist weit günstiger, als selbst zu fahren.

Die Camper sind überwiegend gut gewartet und zuverlässig. Und man bekommt von vielen Vermietern sehr gute Informationen zu Stehplätzen und Stränden an die Hand. Außerdem kann man einiges an Material aus einer Hand dazu buchen, wenn man das möchte. Im Vergleich zum Urlaub in einer gemieteten Unterkunft, fällt so viel organisatorischer Aufwand weg.

Surfcamps, Übernachtung & Ausrüstung

Optionen für deine Unterkunft an der Algarve

Die Algarve konnte in einem sich öffnenden Portugal einfach nicht geheim bleiben, zu groß waren ihre Verlockungen. Und seit man schnell und günstig über den Flughafen Faro anreisen kann, haben sich die touristischen Angebote noch einmal multipliziert.

Auch aus anderen europäischen Ländern und von noch weiter weg zieht die Algarve Surferinnen magisch an. Entsprechend viele lebendige Surfcamps mit internationalem Flair finden sich daher in den mondänen Algarve Villen.

Lagos //

The Surf Experience

  • eines der ältesten Surfcamps der Algarve
  • Unterkunft in glamouröser Surfvilla
  • hochwertiges Surfguiding & Coaching, vielfältiges Sportangebot
  • Angebote für Familien
  • Unterkunft, Surfkurs inkl. Material, Yoga, gesundes & leckeres Essen und Videocoaching ab 530 Euro/Woche

Praia da Luz //

Wave Culture Surf Lodge

  • Surfhostel mit Kursangebot an der Südküste
  • Unterkunft in Surflodge am Dorfstrand
  • Unterkunft und Surfkurse separat buchbar
  • Sonnenterrasse mit Meerblick
  • Unterkunft in der Surflodge, Frühstücksbuffet, Lunchpaket & Küchennutzung ab 230 Euro/Woche

Raposeira //

Pure Surfcamp

  • Surfcamp zwischen Süd- und Westküste
  • Unterkunft in Lodge, Bungalows oder Holz-Sheds
  • Campfeeling & vielfältiges Sportangebot (Reiten!)
  • sehr günstige Preise in der Hochsaison
  • Unterkunft im Camp, Frühstück & Surfkurs inkl. Material ab 399 Euro/Woche

Arrifana //

Mission to Surf

  • Surfcamp nahe des berühmten Spots
  • Unterkunft in Surfvilla oder Appartements
  • Transfers inkl. bei einer Woche 
  • Saison von April bis Novermber
  • Unterkunft, Surfkurs inkl. Material ab. 305 Euro / Woche

Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und Free-Camping Plätze an der Algarve

An der Algarve gibt es viele schöne, ganzjährig geöffnete Campingplätze. Das freie Stehen an Strandparkplätzen ist nicht erlaubt und im Naturschutzgebiet explizit verboten!

Trotzdem machen es viele. Es kann aber vorkommen, dass ihr von der Polizei gebeten werdet den Platz zu verlassen und auch Bußgelder werden konsequenter als früher ausgesprochen (und können empfindlich hoch ausfallen).

Behaltet das bei diesen Tipps bitte immer im Kopf, verhaltet euch respektvoll und vermeidet die Hotspots. Oft sind die Campings oder kostenpflichtige WoMo Stellplätze die bessere Alternative.

Campingplätze

Aljezur

Günstiger, geräumiger Platz in guter Lage

Der Camping Serrão liegt knapp 4 Kilometer nördlich von Aljezur und ist damit ein guter Ausgangspunkt für viele der wilden Strände an der Westküste. Mit Preisen von 5 – 10 Euro pro Person ist der Platz außerdem ziemlich günstig.

GPS-Koordinaten: 37.339470, -8.812577
Zum Camping

Sagres

Weitläufiger Campingplatz im Wald

Der Camping Orbitur Sagres ist ein schöner Campingplatz etwas abseits in Waldlage. Es gibt neben Zelt- und Stellplätzen auch Bungalows zu mieten. Insgesamt gibt es etwa 500 Stellplätze, trotzdem ist der Platz nicht einengend. Eine Nacht kostet etwa 10 Euro pro Person.

GPS-Koordinaten: 37.023150, -8.946047

Luz: Yelloh Village Turiscampo

Sternecamping mit Entertainment, Wellness und Glamping-Faktor

GPS-Koordinaten: 37.102285, -8.733814
Zum Camping

Budens: Salema Eco Camp

Campingplatz mit Bungalows und Studios und Öko-Anspruch

GPS-Koordinaten: 37.074834, -8.831444
Zum Camping

Strände

Praia do Amado

Free Campings Finest

Der schöne Strand bei Carrapateira ist einer der Lieblingsplätze der Free-Camping Szene an der Westalgarve. Wunderschön über den Klippen gelegen wurde das Übernachten im Camper bisher geduldet, legal ist es auch hier nicht.

Achte darauf, keine sichtbaren Campingaccessoires (Markise, Trittstufe, Ausstellfenster) zu nutzen. Dabei geht es nicht darum, das Camping zu vertuschen, sondern zu zeigen, dass man die Regeln kennt. Und parkt in den vorgesehenen Markierungen!

Ingrina

Schöner Platz im Grünen

Hinter der Felsnase der wedgigen Welle von Zavial liegt die kleine Bucht von Ingrina, hier kann man auch Surfversuche starten. Und auf der Landzunge westlich in wunderschöner Lage mit dem Camper stehen. Allerdings auch hier nicht legal. In der Vergangenheit stand man außerhalb der Hauptsaison ohne Probleme.

Punta Ruíva

Tolles Camping am Secret Spot

Einer der schönsten Plätze an der Westalgarve für das Sonnenuntergangserlebnis am Ende der Welt – und gleichzeitig ein toller Pointbreak. Eine lange linke Welle läuft in die Felsige Bucht. Auch hier steht man nicht legal. Seid auf jeden Fall nett zu den Locals und kommt am besten in der Nebensaison.

GPS-Koordinaten: 37.067585, -8.964204

Wohnmobilstellplätze

Manta Rota

Beliebter WoMo Stellplatz östlich von Faro hinter der Stranddüne

100 Stellplätze direkt hinter der Düne, die schnell voll sind. Es gibt Strom, Müllentsorgung und Ver- und Entsorgung. 24h Stunden auf dem Stellplatz kosten 4,50 Euro. Strom für 12 Stunden kostet 2,50 Euro. 

GPS-Koordinaten: 37.1644, -7.5216

Falesia

Motorhome Park an der roten Algarve

In Falesia bei Albufeira findet ihr 50 Stellplätze mit angeschlossener Ver- und Entsorgung, Mülleimern und Strom vor. Der Platz ist ein paar Gehminuten vom Strand entfernt.

24 Stunden auf dem Stellplatz kosten 8 Euro, Strom zusätzlich 2 Euro.

GPS-Koordinaten: 37.089397, -8.159599

Lagos

Wohnmobilstellplatz direkt am Stadion

Als idyllisch und ruhig kann man den Platz unmöglich beschreiben. Trotzdem steht man hier gut um sich das kleine Städtchen in Ruhe anzuschauen. Ihr findet 20 Stellplätze mit Ver- und Entsorgung vor, Strom gibt es nicht. Die Übernatung kostet günstige 3 Euro pro Nacht.

GPS-Koordinaten: 37.0657, -8.4044

Aljezur

Kostenloser WoMo-Stellplatz in der Hippie Enklave

Hinter dem Supermarkt in Aljezur gibt es einen kostenlosen Stellplatz auf dem Parkplatz. Etwa 10 Camper finden hier Platz, es gibt keine Versorgungseinheit für das Mobil aber Mülleimer und eine öffentliche Toilette. Das ist der einzige Wohnmobilstellplatz an der Westküste.

GPS-Koordinaten: 37.3169, -8.803

Weitere Tipps für die Algarve

Surfshops

Aljezur: SW Surfshop

Gutes Preis/Leistungsverhältnis, nette Verkäufer. Der Shop in Aljezur ist eine gute Anlaufstelle für eine längere Boardmiete.

R. 25 de Abril 101C, 8670-088 Aljezur, Portugal

Arrifana: Sunset Surf Shop

Schöner, kleiner und Inhaber geführter Laden mit gut sortierter (wenn auch eher kleiner) Auswahl und einem günstigen Wetsuit-Rental.

Vales Aljezur Apart, 8670-156 Aljezur, Portugal

Sagres: Surfshop Dora Gomes

Kleiner feiner Surfshop, gut sortiert, mit kompetenter Beratung und sympathisch.

R. das Cercas 5, Faro

Lagos: Magic Board Center 

Riesen Auswahl an hochwertigen Surfboards und einzigartiges Test before you buy Konzept: Ein Tag ist umsonst, wenn du anschließend ein Board kaufst. Dadurch auch viele gebrauchte im Angebot und günstige Leihoptionen für mehrere Tage.

Rua Dr. Francisco Vito M. Corte-Real 2 Loja, 8600-642 Lagos

Sehenswürdigkeiten und Ausflugstipps:

Sagres: Cabo de São Vicente, Fortaleza und Hafen

Die Seefahrtsakademie ist zwar eine Legende, trotzdem hat Sagres und das Fort für die Seefahrernation eine überragende Bedeutung. Für drei Euro bekommt man Zutritt und besonders zu empfehlen ist der Weg zur Ponta.

Auch der Leuchtturm kann betreten werden, es befindet sich ein Souvenirshop darin und die „letzte Bratwurst vor Amerika“ davor. Es ist schon ein besonderer Ort und neben Finisterre in Frankreich und Fisterra in Galicien das dritte und wirklich letzte Ende der europäischen Welt.

Surfen an der Algarve: Der Leuchtturm von Sagres

Ein drittes lohnendes Ziel in Sagres ist der Hafen, die Boote hier illustrieren so schön die weiß getünchten Gebäude und um drei (am Nachmittag) ist Frisch-Fisch Versteigerung!

Foia: Der Wasserfall von Barbalote

Die Cascate do Barbalote erreicht man vom Parkplatz etwa 100 Höhenmeter unterhalb des Gipfel Fóia. Hier kann man in aller Regel auch sehr gut mit dem Camper übernachten, der Blick von hier ist schon toll. Noch besser ist er am Ende des westlichen Weges von der Wetterstation, vergiss den Sundowner, dein Mund steht auch so offen!

Fortaleza de Aljezur

Die ehemalige Maurenfestung bietet neben dem ein oder anderen Brocken Geschichte (Mauren?) auch eine schöne Aussicht und gehört zu einer vollständigen Algarvetour in jedem Fall auch dazu.

Fun Fact: Surfer-Garn mit wahrem Kern

Die Festungsstadt Sagres ist zwar der Namenspatron für eine der beiden dominierenden Biermarken Portugals – Jedoch, die Brauerei sucht man hier vergeblich. Obschon der Name Superbock kaum zu schlagen ist, ist Sagres Marktführer. Während im Norden Portugals überwiegend Super Bock getrunken wird, schenkt man im Süden Sagres aus. Lissabon ist dabei die Bierscheide Portugals, hier mischen sich alle Getränke und daher kommt auch die zweifelhafte Wasserqualität des Tejo. Und wo ist nun die Brauerei? In Vila Franca de Xira, nördlich von Lissabon.

FAQ

Wann ist die beste Zeit, um an der Algarve zu surfen?

Durch die doppelte Swellausbeute von Süd- und Nordwesten glänzt die Algarve mit ganzjährig guten Surfbedingungen. Man kann sagen, dass es zwei Saisons gibt: Sommer und Frühherbst ist die richtige Zeit um die Swellmagnete an der Westküste zu checken – allerdings am Besten früh, denn allzu oft bringt die Erwärmung des Tages den Nordwind. Wenn dann die Stürme des Winters über dem Atlantik und vor allem aus Südwesten Wellen bringen beginnt die Zeit der Reef- und Pointbreaks an der Südküste und der Sagres Spots. Und auch die ein oder andere Perle im Westen glänzt dann in ganz neuem Licht. 

Wie sind die Wellen an der Algarve?

Die Algarve hat mit die größte Wellenvielfalt aller Surfregionen in Europa. So gibt es lange Pointbreaks, heftige Beachbreaks, Reefbreaks und auch eine Vielfalt an für Anfänger geeigneten Spots. Die Wellen an der Westküste sind dabei im Sommer meist kleiner als einen Meter, im Winter aber auch häufig größer. An der Südküste brechen selten größere Wellen als 1,5m.

Was ist das Besondere an der Algarve?

Die Algarve ist in gleich mehreren Punkten absolut besonders: So bietet die Küste aufgrund ihrer geologischen Eigenschaften eine unglaubliche Wellenvielfalt und hat durch die Ausrichtung nach Westen und Süden beinahe immer irgendwo gute Surfbedingungen. Außerdem lockt die Algarve mit dem wärmsten Klima der europäischen Festland Surfspots und auch im Winter kann man schon mit einem dünnen Neo ins Wasser gehen.

Wie kommt man am besten an die Algarve?

Der Flughafen Faro ist eine gute Stunde von Sagres entfernt und wird von einer Vielzahl europäischer Fluglinien angeflogen. Auch viele günstige Airlines fliegen nach Faro, oft auch von den kleineren Flughäfen aus.

Was sind die besten Orte zum Surfen an der Algarve?

Die bekanntesten Spots sind der Praia do Amado und Arrifana an der Westküste und Zavial an der Südküste. In der Regel sind im Sommer die Spots im Westen besser, im Winter erwacht die Südküste zum Leben. Es gibt aber eine Vielzahl an lohnenden Spots zu entdecken und Sagres ist auf jeden Fall ein guter Ausgangspunkt.

Fazit

Portugal entwickelt sich immer mehr zu einem Trendreiseziel. Es bleibt offen, ob die Corona-Pandemie oder eine wachsende Zurückhaltung bei Flugreisen daran etwas ändert. Vermutlich nicht. Denn die allermeisten Besucher kehren recht beschwingt zurück.

Die Algarve sticht dabei noch einmal heraus. Sie trägt Schuld daran, dass Portugal gemeinhin als Ort der Sonne gesehen wird, dabei schwimmen die Fische in Lissabon manchmal aus den Kanaldeckeln auf das berühmte Pflaster, so viel regnet es.

Anders an der Algarve: Hier gibt es eher zu wenig Regen. Zum Surfen ist die Algarve ziemlich einmalig in Europa, die zwei Küsten, der Swellwinkel, das Wetter …

Natürlich haben das auch viele andere Surfer erkannt und daher kann es an einigen Stränden auch mal voller werden. Besonders die weiten Sandstrände des Westens haben aber immer noch eine leere Welle für dich, einfach, weil hier alles so weitläufig ist.

Für die Algarve-Reisenden, die sich nicht für ein Surfcamp entscheiden, ist daher ein Auto oder Bus essenziell: Um an die leeren Strände zu kommen, um Wind und Wellen richtig abpassen zu können.

Am besten finde ich persönlich die Algarve im Winter außerhalb der Ferien, dann wenn die weiß getünchten Häuser und ihre Bewohner ihren jährlichen Powernap einlegen und die Wellen kalt und leer an der südlichen Points laufen.

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Luca Brück

Luca ist ein Tee trinkender Surfrabauke aus dem Schwarzwald. Seine Brötchen, den Tee und die Surfboards verdient er als Journalist und Blogger. Aktuell lebt und schreibt Luca in Oldenburg.

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