Surfen in Frankreich: Titelbild

Surfen in Frankreich

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Der Geruch von Pinien, Kiefern und Salz, das Gefühl von Sand zwischen den Zehen und der Geschmack von Baguette mit Käse und Wein, dazu das Prasseln eines Lagerfeuers; das alles sind Eindrücke, die einen in der Erinnerung anspringen und mit Wehmut und See(n)sucht erfüllen, wenn man schon mal in Les Landes Surfen war.

Aber Surfen in Frankreich, das ist längst nicht nur der Summervibe rund um Biarritz, Hossegor und Moliets.

Zwar sind hier die besten Beachbreaks, aber in den Regionen nördlich finden sich dafür fantastische Reefbreaks, Points und tatsächlich auch noch echte Secret Spots.

Surfen in Frankreich: Secret Spot im Norden
Die Wellen ballern, aber wo sind die Surfer? / Foto: Luca Brück

Und auch im Mittelmeer kann man Surfen! In diesem Artikel gebe ich dir einen Überblick über die verschiedenen Regionen zum Surfen in Frankreich, die besten Surfspots & Tipps zu Surfcamps!

Sandstrände im Süden & Vielfalt im Norden
Konstant gute Wellen
Surfcamps, Surfschulen & gute Infrastruktur
Relativ nah
Relativ warmes Wasser
Perfekt zum Surfen lernen

Die besten Surfspots in Frankreich

Ich finde es unendlich schwierig, aus der Vielfalt einer Küste eine handvoll Spots hervorzuheben.

Zu unterschiedlich sind die Vorlieben und Erwartungen an einen Surfspot, zu abhängig die Wellen von den jeweiligen Bedingungen.

Für diesen Guide habe ich daher jeweils einige für die Regionen einigermaßen typische Spots beschrieben – so könnt ihr euch einen ersten Eindruck machen, der hoffentlich Anlass genug zum weiter recherchieren ist (und oft haben wir auch einen ausführlichen Guide verlinkt).

Auf der folgenden Karte findet ihr je rund fünf Spots pro Region mit Kurzbeschreibungen. Danach stelle ich jeweils zwei Spots pro Region mit Detailbeschreibung und Spotmap vor.

Spots für Anfänger sind #grün
Spots für Intermediates #blau
Expertinnen / zum Zuschauen #schwarz
  1. Cap Frehel / Las Grèves d’en Bas
  2. Le Gouerou
  3. La Palue
  4. La Torche
  5. Batz sur Mer
  6. La Sauzaie
  7. Les Dunes
  8. Bud Bud
  9. Le Phare
  10. Vert Bois
  11. Le Gurp
  12. Montalivet
  13. Carcans
  14. Lacanau
  15. Mimizan
  16. Moliets
  17. Les Estagnots
  18. Hossegor / la Sud
  19. Les Cavaliers
  20. Biarritz / Grand Plage
  21. Le Côte des Basques
  22. Lafitenia
  23. Cornon / Les Roquilles
  24. La Corniche
  25. Cap Saint-Louis
  26. La Tour
  27. Corsica / Farinole

Normandie und Bretagne

Nordfrankreich hat mit der Normandie und der Bretagne zwei Regionen für Entdecker und Mystiker: Mehrere tausend Kilometer Küstenlinie, Spots in jede Himmelsrichtung, aber auch bis zu 14 Meter Tidenhub verlangen dir einiges von dem guten alten „The Search“ Ehrgeiz ab.

Surfen in Frankreich: Ein brutal guter A-Frame Peak ohne Surfer im Wasser
Semi-Secret Spot in der Bretagne. / Foto: Luca Brück

Gute Rechercheure und Glücksritter werden dann aber auch mit leeren Point- und Reefbreaks satt belohnt.

Übersicht über Wetter, Conditions & die beste Reisezeit

FrühlingSommerHerbstWinter
Luft12,5 °C19,5 °C15 °C9 °C
Wasser12 °C17 °C16 °C11 °C
Regentage1181215
Dünung2 Meter1 Meter2 Meter2 Meter +
Surfbare Tage80 %60 %85 %75 %
Neo5/3 + Booties4/35/35/3 + Booties + Haube
BewertungGutMittelTopGut
Frühling: März – Mai; Sommer: Juni – August; Herbst: Sept. – Nov.; Winter: Dez. – Feb. / Luft: mittleres Temperaturmaximum / Wasser: langjähriges Mittel / Regentage: Tage mit mehr als 100 ml Regen pro Quadratmeter / Dünung: Durchschnittliche Größe der reisenden Setwellen

Klar, Luft und Wasser erreichen nicht die Temperaturen des Südwestens und es regnet auch häufiger. Dafür ist die Küste aber viel variabler und eine tolle Option, um eine neue Region zu entdecken, ohne weiter fahren zu müssen.

Die besten Bedingungen finden sich von September bis Mai, wobei auch im Sommer einige exponierte Spots funktionieren.

Surfen in Frankreich: Eine sehr große Welle
Der lokale Big-Wave Spot in Audierne, Bretagne. / Foto: Luca Brück

Die Dünung ist nicht mit der tatsächlichen Wellengröße zu verwechseln, die in der Bretagne oft kleiner ist, weil viele Spots etwas versteckt liegen. Wenn du mehr darüber wissen möchtest, wie sich die Topografie auf das Brechungsverhalten auswirkt, empfehle ich dir meinen Artikel Wellenkunde.

Zum Surfen in der Bretagne haben wir mittlerweile einen eigenen, sehr ausführlichen Guide. Darin: Die besten Spots, Tipps zu Stellplätzen, die Themen Wildcampen und Surfen lernen.

Drei meiner Lieblingsstrände in der Bretagne

Cap Frehel / Las Grèves d’en Bas

Beliebter Spot mit engem Swellfenster

Die verschiedenfarbigen Klippen, die Leuchttürme; das Cap ist ein interessanter Ausflugsort, schon wenn es keine Wellen hat.

Wenn allerdings ein sauberer Westswell läuft und der Wind aus Süden bläst, dreht der Beachbreak la Grève d’En Bas auf und schmeißt schnelle, lange Wellen über Sand und Riff. Alle Tiden außer Low-Tide. Bei dem Parkplatz ist die sehr gute Surfschule Armor.

La Palue

Surfhub der Crozon Halbinsel

Surfen in Frankreich: Der Spot la Palue
La Palue aus der Luft.

Mittig auf der Crozon Halbinsel saugt la Palue allen verfügbaren Swell aus Westen an und läuft bis deutlich über Kopf.

Der Spot ist zu allen Tiden surfbar, bei ablaufendem Wasser sind die Wellen aber oft schwächer und durcheinander (also besser für Anfänger), während sie sich bei auflaufendem Wasser sortieren und hohl und schnell brechen (gut für Intermediates).

Surfen in Frankreich: Spotmap von La Palue
Spotmap für La Palue.

Wind sollte idealerweise aus Osten kommen. Der Spot Lostmarc’h schließt sich in der gleichen Bucht an und die Low Tide Peaks hier brechen sogar bis etwa 10 Fuß (ca. 3 m).

Mittlerweile wird Freecamping in la Palue nicht mehr toleriert, man muss jetzt im Sommer sogar einen Shuttle-Service zum Strand nutzen. Mehr dazu in unserem Bretagne Guide!

La Torche

Epizentrum des bretonischen Surfens und die Linke Antwort auf Galiziens Pantín

Surfen in Frankreich: Die Wellenmaschine der Bretagne
Die Wellenmaschine der Bretagne: La Torche. / Foto: Luca Brück

Einer der bekanntesten und beliebtesten Beachbreaks der Bretagne. La Torche ist in der Hauptsache ein zuverlässiger Peak mit langen Linken Wellen und einer kürzeren Rechten, die im Channel enden und die Surferinnen direkt wieder ins Lineup befördern.

Surfen in Frankreich: Spotmap von la Torche
Spotmap für la Torche.

Die Swellausrichtung ist westlich und der Spot funktioniert von sehr kleinen Wellen bis zu drei Metern. Ostwinde sind offshore. In der Umgebung sind viele weitere interessante Wellen.

Vendée und Charente Maritime

In Zentralfrankreich gibt es eine lebhafte Surfszene rund um das A-Frame Riff la Sauzaie. Die Charente und Vendée sind so etwas wie ein Kompromiss zwischen den wilden Wellen des Nordens und den endlosen Beachbreaks des Südwestens.

An der Côte de Lumière gibt es einerseits alles, vom exponierten Beachbreak bis zum klassischen Pointbreak. Andererseits sind die Wege oft weit und die Wellen weniger konsistent als nörd- bzw. südlich. Speziell bei wenig Wasser geht oft nichts, weil der Küstenshelf so flach ist.

Surfen in Frankreich: Ein Surfspot in der Vendée
Hat hier jemand Licht gesagt? La Embarcedere in der Vendée. / Foto: Luca Brück

Das Gute daran: Die meisten reisenden Bullis lassen die Schätze Zentralfrankreichs rechts liegen und fahren direkt gen Süden. So bleibt eine der nächsten Regionen zu Deutschland mit konstantem Atlantikswell häufig unter dem Radar.

Übersicht über Wetter, Conditions & die beste Reisezeit

FrühlingSommerHerbstWinter
Luft15 °C23 °C17,5 °C9,5 °C
Wasser12 °C18 °C17 °C11 °C
Regentage1071012
Dünung1,5 Meter1 Meter1,8 Meter2 Meter +
Surfbare Tage70 %50 %80 %85 %
Neo5/3 + Booties4/35/35/3 + Booties + Haube
BewertungGutMäßigGutTop
Frühling: März – Mai; Sommer: Juni – August; Herbst: Sept. – Nov.; Winter: Dez. – Feb. / Luft: mittleres Temperaturmaximum / Wasser: Langjähriges Mittel / Regentage: Tage mit mehr als 100 ml Regen pro Quadratmeter / Dünung: Durchschnittliche Größe der reisenden Setwellen

Die besten Jahreszeiten zum Surfen in Zentralfrankreich sind Herbst und Winter. Luft und Wasser pendeln ziemlich mittig zwischen Nord- und Südfrankreich und machen die Region zum goldenen Kompromiss.

Drei meiner Lieblingsstrände in der Vendée

La Sauzaie

Kurzes messerscharfes A-Frame Riff

Surfen in Frankreich: la Sauzaie
Ein kleinerer Tag im Frühherbst in la Sauzaie.

Hohl und schnell, bisweilen auch etwas gelassener, aber meist gut sind die Wellen an einem der Top-Spots der Region. Das Riff funktioniert von Mid- bis Hightide und schickt linke wie rechte Wellen kraftvoll Richtung Küste. Der Take-off ist relativ eng und überwiegend gut besucht.

La Sauzaie ist trotzdem ein gutes Intermediate Riff, man kommt easy ins Lineup und es ist ausreichend Wasser über dem Riff. Das Riff fängt viel Swell und ist daher recht konsistent.

Funktioniert in einem breiten Spektrum, aber die Wellen sollten schon einen Meter oder mehr haben. Nordostwind ist offshore. Fast direkt am Spot ist ein guter Wohnmobilstellplatz.

Bud Bud

Beachbreak im Classic French Style

Surfen in Frankreich: Spotmap von Bud Bud

Etwas les Landes Feeling verbreitet der recht beliebte Spot Bud Bud und die angrenzenden Beachbreaks. Relativ offen für Swell (die besten Bedingungen hat Bud Bud bei Nordwest- und Westswells), funktioniert in der Regel bei Mid- und Hightide und die Wellen sind kraftvoll und hohl.

Es kann relativ voll hier werden, aber dann kann man immer noch ausweichen an einen Strandabschnitt nördlich. Verschiedene Surfschulen sind in der Nähe.

Vert Bois

Schöner Spot bei kleinen und cleanen Wellen

Der Hauptsurfspot auf der Ȋlle d’Oléron kann gute Wellen haben, wenn der Wind mitspielt. Cross oder Onshore verbläst das Lineup leider ziemlich schnell, aber wenn der Wind aus östlicher Richtung kommt und der Swell aus Westen, finden sich hier bei allen Tidenständen viele Peaks mit guten Wellen. Am Südende werden die Strömungen stärker, vor allem bei Low Tide aufs Meer hinaus.

Gironde und Les Landes

Endlich: Der Südwesten, da wo die langen Sandstrände und die nach Sommer und Freiheit duftenden Pinienwälder die Biscaia küssen, die ursprüngliche und immer noch beliebteste Region zum Surfen in Frankreich.

Übersicht über Wetter, Conditions & die beste Reisezeit

FrühlingSommerHerbstWinter
Luft16 °C24,5 °C18 °C10 °C
Wasser13 °C19 °C17 °C12 °C
Regentage1181012
Dünung1,5 Meter1 Meter1,8 Meter2,2 Meter
Surfbare Tage75 %70 %85 %65 %
Neo5/3 + Booties3/24/35/3 + Booties + Haube
BewertungGutGutTopMäßig
Frühling: März – Mai; Sommer: Juni – August; Herbst: Sept. – Nov.; Winter: Dez. – Feb. / Luft: mittleres Temperaturmaximum / Wasser: Langjähriges Mittel / Regentage: Tage mit mehr als 100 ml Regen pro Quadratmeter / Dünung: Durchschnittliche Größe der reisenden Setwellen

Gerade der Sommer ist Primetime und das hat die Region vielen anderen voraus.

Für Anfänger sind die endlosen Beachbreak Peaks mit zuverlässigem Weißwasser einfach perfekt. Das Wetter ist das Beste in Frankreich und das Wasser wird warm genug für Sessions in Boardshorts. Für detaillierte Informationen zur Region check meine Ergüsse zu Hossegor und Moliets.

Drei meiner Lieblingsstrände im Südwesten

Montalivet

Guter Beachbreak und Nudisten Camping

Auf dem Weg in die Wellen in Montalivet. / Foto: Luca Brück

Ein langer Strand mit zahllosen guten Peaks in kleineren bis mittelgroßen Swells. Alle Tiden außer Hightide. Ostwinde sind offshore. Direkt hinter der Düne ist ein schöner Campingplatz, der allerdings komplett Textilfreie Zone ist. Außerhalb der Saison von Juni bis Mitte September wird es sehr ruhig in Montalivet.

Lacanau

Surf-Glamour im Sommer und goldene Wellen im Herbst

Surfen in Frankreich: Spotmap von Lacanau

Der Anlaufpunkt für die Region rund um Bordeaux. Die Bänke liefern zuverlässig und bei allen Tiden gute Wellen an fast 15 km Strand. Seit 1979 gibt es einen Profi-Contest im Küstenort.

Im Sommer steppt der Bär an der Promenade, in den Bars und Clubs des kleinen Ortes. Neben zahlreichen ansässigen Touristen kommen die Surfcamps für ihre „Night out“ hierher.

Wer zum Surfen kommt, wartet am besten bis Mitte September, wenn es im und außerhalb des Wassers etwas ruhiger wird und die windarmen und wellenreichen Tage mehr werden.

Les Estagnots

Contest Spot und Free-Camping-Parkplatz

In den vergangenen beiden Jahren ist die WSL zurückgekehrt nach les Estagnots. Hier heißt es nicht immer „do or die“ wie in den la Graviere Barrels.

Vor allem bei Lowtide brechen schöne lange Wellen an den verschiedenen Beachbreak Peaks.

Les Estagnots beherbergt den einzigen Free-Camp Parkplatz in Hossegor (mittlerweile auch illegal) und wenn die Campingplätze Mitte September schließen, treffen sich hier die Bullis aus nah und fern, bevor einige sich aufmachen nach Westen.

Auch die deutschen Meisterschaften sind regelmäßig hier.

Biarritz und die Côte des Basques

So endlos wie er scheint, so plötzlich ist Schluss mit dem endlosen Strand von der Gironde bis Hossegor.

In Biarritz ist alles anders, die lauen Lagerfeuerabende werden gegen durchtanzte Nächte getauscht und die Flipflops gegen High Heels.

Die Küste ist auf einmal rau und felsig und neben einigen guten Beachbreaks gibt es auch Pointbreaks und Big-Wave-Spots.

Das Baskenland hält sich nicht an die regulären Grenzen und ist eine Region der Sportler und Bonvivants gleichermaßen.

Übersicht über Wetter, Conditions & die beste Reisezeit

FrühlingSommerHerbstWinter
Luft18 °C25 °C21 °C12 °C
Wasser14 °C21 °C18 °C14 °C
Regentage1281011
Dünung2 Meter1,3 Meter2 Meter2 Meter +
Surfbare Tage75 %60 %85 %90 %
Neo5/32/13/25/3 + Booties
BewertungGutMittelTopGut
Frühling: März – Mai; Sommer: Juni – August; Herbst: Sept. – Nov.; Winter: Dez. – Feb. / Luft: mittleres Temperaturmaximum / Wasser: Langjähriges Mittel / Regentage: Tage mit mehr als 100 ml Regen pro Quadratmeter / Dünung: Durchschnittliche Größe der reisenden Setwellen

Durch das bergige Hinterland ist es ein kleines bisschen feuchter im Jahresmittel als nördlich in Les Landes. Dafür ist das Wasser hier unten im Knick das Wärmste überhaupt in Festlandeuropa zur Wellensaison.

Allerdings ist die hier etwas später, einige Spots liegen etwas versteckt und brauchen einen ordentlichen Swell. Die beste Zeit zum Surfen sind die Monate September bis April.

Lies hier einen ausführlichen Guide zum Surfen in Biarritz mit allen Spots, Surfcamps und Informationen.

Drei meiner Lieblingsstrände im französischen Baskenland

Les Cavaliers

Swellmagnet und Beachbreak mit Power

Les Cavaliers ist ein Klassiker unter den biarriz’schen Beachbreaks. Bei allen Tiden außer maximaler Hightide und Ostwind finden sich gute Linke und vor allem Rechte Wellen und ziehen entsprechend viele Surfer an.

Die Mole hilft den Sandbänken, in Form zu bleiben und macht den Spot zu einer Konstanten in Jahrzehnten des Wechsels. Les Cavaliers ist auch ein beliebter Van Camping Spot (Höhenbeschränkung beachten!)

Biarritz / Grand Plage

Show Off Beach und Wiege des Surfens in Frankreich

Surfen in Frankreich: Spotmap vom Grande Plage in Biarritz

Die Felsen im Wasser helfen dem Sand beim strukturierten Ablagern und so formen sich gute Sandbänke.

Swells müssen etwas größer sein, um hier surfbar zu sein, dann kann man zu allen Tiden bei Ost – Südostwind gute Wellen finden. Durch die etwas geschützte Lage und die sanft brechenden Wellen ist der Grande Plage hervorragend geeignet zum Surfen lernen.

Lafitenia

Zu perfekter Pointbreak und Quiksilver Local-Spot

Surfen in Frankreich: Der Pointbreak la Fitenia im Baskenland
Ein klassischer Pointbreak versteckt sich ganz im Südwesten. / Foto: Paul Brück

Lafitenia ist eine unwahrscheinliche Erscheinung für Beachbreak gewöhnte Surfreisende.

Eine perfekt brechende Rechte mit schnellen Sections und gemütlichen Abschnitten (die aber nie zu flach werden), bricht über ein flaches Riff.

Das Problem an der Sache sind die Massen an anderen Surfern, die sich auf diese Pointbreak-Perle stürzen, sobald die nötigen 3 Fuß Welle erreicht werden. Definitiv ein Herbstspot.

Lafitenia funktioniert von Low bis Midtide und Südwinde sind offshore. Versuch die Welle sehr früh und an einem Arbeitstag zu erwischen, idealerweise bei nicht perfektem Wind, und du hast Chancen auf ein paar fantastische Setwellen.

Südfrankreich / Mittelmeer

Eine Überraschung zum Schluss: Auch an der französischen Mittelmeerküste kann man Surfen.

Zugegeben, die Saison geht großzügig bemessen von September bis April, Swells laufen meist nur für wenige Stunden und obwohl man kaltes Wasser und lange Wege in Kauf nimmt, sind meist schon einige andere Surfer im Wasser.

Dafür gibt es hier den Lebensstil von Südfrankreich gewürzt mit einigen herausragenden Surfspots und der Option, Pulverschnee und Salzwasser in einem Trip zu kombinieren.

Übersicht über Wetter, Conditions & die beste Reisezeit

FrühlingSommerHerbstWinter
Luft18 °C28 °C20 °C11 °C
Wasser14 °C21 °C19 °C14 °C
Regentage5356
Dünung0,5 Meter0,2 Meter0,5 Meter0,7 Meter
Surfbare Tage30 %10 %40 %50 %
Neo5/32/13/25/3 + Booties
Bewertungmittelschlechtmittelgut
Frühling: März – Mai; Sommer: Juni – August; Herbst: Sept. – Nov.; Winter: Dez. – Feb. / Luft: mittleres Temperaturmaximum / Wasser: Langjähriges Mittel / Regentage: Tage mit mehr als 100 ml Regen pro Quadratmeter / Dünung: Durchschnittliche Größe der reisenden Setwellen

Wellen gibt es nur im Winter halbwegs zuverlässig. Während der Südwesten Frakreichs in der Gegend um Marseille die Grenzen des erträglichen Wartens auf Wellen auslotet, ist überraschenderweise die Côte d’Azur relativ regelmäßig gesurft.

Die zuverlässigsten Wellen gibt es auf Corsica. Der große Pluspunkt der Region ist das auch im Winter relativ milde und trockene Klima.

Drei meiner Lieblingsstrände im Mittelmeer

Carnon / Les Roquilles

Beachbreak mit Mole und Hauptspot der Region Montpellier

Surfen in Frankreich: Spotmap von Carnon

Über die Hafenmole kommt man direkt ins Lineup. Die Sandbänke sind relativ zuverlässig, daher ist dieser Spot auch relativ hoch frequentiert. Swell aus Südosten erreicht den Spot.

Die vorherrschenden Winde kommen aus Nordost, was auch offshore bedeutet. Um zu funktionieren, muss aber erst einmal ein paar Tage Ostwind blasen, bevor der Wind auf offshore drehen darf.

Cap Saint-Louis

Rechter Pointbreak von ungeahnter Qualität

Surfen in Frankreich: Spotmap von Cap Saint Louis

Einer der ersten regulär gesurften Spots des Mittelmeers. Und das mit gutem Grund. Lange rechte Wellen brechen hohl über knapp unter dem Wasser liegende Steine. Funktioniert bei allen Tidenständen und ist immer voll, wenn die Welle läuft. Zugang durch Villenviertel beim Yachthafen: Viel Spaß beim Parkplatz suchen.

Corsica / Farinole

Korsischer Swellmagnet und Spot in wunderschöner Umgebung

Guter Beachbreak nahe der Stadt Bastia und daher auch beliebt bei den Locals. Ein Rifffinger hält die Sandbänke in Form. Funktioniert durch die Tiden. Das Swellfenster ist relativ groß und Südostwind ist offshore. Der Strand liegt wunderschön umgeben von Wald und nichts weiter als dem 200 Seelen Dorf Farinole.

Wetter und Conditions in Frankreich

Die beste Reisezeit zum Surfen in Frankreich

Frankreich ist das ganze Jahr über eine gute Adresse zum Surfen. Die beste Reisezeit hängt dabei stark von deinen Erwartungen an das Wetter, die Wellen und das große Ganze ab. Mit der folgenden Tabelle versuche ich, dir einen Überblick über die besten Regionen für die jeweilige Jahreszeit zu geben.

Beste ZeitWetterWellenIdeal für 
NordfrankreichHerbstwarm / feucht0 – 5m / diversEntdecker
Vendée & CharenteWinterkühl / nass0 – 3m / diversIntermediates
Gironde & Les LandesSommerheiß / trocken0 – 1,5m / BeachbreaksAnfänger, Sonnensüchtige
Biarritz & BasqueHerbstwarm / wechselhaft0 – 4m / Beachbreaks, PointsIntermediates
MittelmeerHerbstmild / wechselnd0 – 2m / diversFlexible Intermediates

Die Spots im Channel zwischen Frankreich und England leben überwiegend von Windswell und laufen daher vor allem in den Wintermonaten. Hier ist vom Golfstrom wenig zu spüren, weshalb auch das Wasser das Kälteste in ganz Frankreich ist.

Anders sieht es in der Bretagne aus. Viele Surfspots hier sind am besten bei ordentlichen Westswells, aber es gibt auch Spots, denen alles von Südwesten bis Nordwesten recht ist. Exponierte Spots funktionieren auch im Sommer, dann labt sich aber auch halb Frankreich an den weißen Sandstränden und dem Azur des Atlantiks.

Die beste Zeit zum Surfen sind daher die Monate Oktober bis April, dann kann die Küste ihre ganze Vielseitigkeit ausspielen. Das Wasser fällt dabei bis auf etwa 11 Grad, doch das ist mit modernen Neopreananzügen kein Grund mehr, zu verzagen.

Ähnliches gilt auch für die sich südlich anschließenden Regionen bis etwa Soulac-sur-mer.

Weiter südlich beginnen die endlosen goldenen Beachbreaks ihre Regentschaft und die allermeisten dieser Spots sind im Winter wüst und durcheinander, weil die dauernden Stürme keine Ordnung in den Sandbänken zulassen.

Die besten Bedingungen hat es auch hier im Herbst, aber dank der Infrastruktur und der beständigen Weißwasserwellen ist der Sommer die beste Zeit für Anfänger und eine der Top-Regionen in Europa, um Surfen zu lernen.

Von Biarritz bis zur spanischen Grenze schließlich überwiegen zwar auch die Beachbreaks, zwischendrin aber liegen Pointbreaks und das ein oder andere Riff und die meisten Spots brauchen wegen ihrer Ausrichtung etwas mehr Swell.

Die beste Zeit hier ist daher der Herbst. Auch Winter und Frühling sind gute Jahreszeiten für die Cote Basques, jedenfalls, wenn man nicht wegen des Trubels an der Küste, sondern der Wellen wegen kommt.

Die französische Mittelmeerküste hat nur im Winter halbwegs verlässlich Wellen. Auf Korsika sind auch Herbst und Frühling Jahreszeiten, in denen es sich zumindest lohnen kann, das Surfbrett einzupacken.

In Frankreich gibt es eine hohe Dichte an schönen und relativ günstigen Campingplätzen, allerdings schließen die meisten Mitte September. Also dann, wenn die Surfsaison in einigen der Regionen erst richtig losgeht.

Für den Herbst und Winter sind daher Campervans die beste Option für einen guten Surftrip. Außerdem gibt es in ganz Frankreich gute Surfcamps, die auch für fortgeschrittene Surfer interessant sind, vor allem in den Regionen, in denen man mit guten Ortskenntnissen deutlich mehr Spaß hat.

Die aktuellen Surf-Conditions in Frankreich

Die Vielseitigkeit der französischen Atlantikküste ist auch eine Herausforderung, denn zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, ist gar nicht so einfach. Zu den Pioniertagen hieß das noch: Wetterkarten studieren, hoffen und viele Wege umsonst machen. Heute kann jeder einen aufbereiteten Surf-Forecast lesen oder ebendas lernen, es ist wirklich nicht schwierig.

Die Schwierigkeit besteht darin, zu beurteilen, für welchen Strand die vorhergesagten Bedingungen ideal sind und welche Fehler die Surf-Forecasts möglicherweise machen, weil sie die Swellrichtung oder etwas anderes nicht ganz richtig beurteilen. Die aktuellen Vorhersagen bekommt ihr auf https://de.magicseaweed.com/ oder https://www.surf-forecast.com/. Auch bei https://www.windguru.cz/ gibt es den Waveforcast und die genaueste Aufschlüsselung der Windvorhersage. Vor allem in den von Windswell abhängigen Regionen (Channel & Mittelmeer) ist der Windguru eine ganz entscheidende Ressource.

Anreise nach Frankreich

Mit dem Flugzeug

Die Corona Krise wirkt sich ganz erheblich auf den Flugverkehr aus. Wie die Verbindungen nach Frankreich in Zukunft sind, ist noch weitgehend unabsehbar. In der Vergangenheit war der mit Abstand wichtigste Flughafen für Surfer der in Bordeaux. Überraschenderweise hat auch Biarritz einen Flughafen, mit Verbindungen über Paris und London. Wer das Abenteuer Mittelmeer angehen will, findet mit dem Flughafen Marseille eine perfekte Anbindung vor. Wer sich für einen Roadtrip mit einem gemieteten Camper interessiert, kann sich auch die Flüge nach Bilbao einmal anschauen. Auf Vergleichsseiten wie Skyscanner, Swoodoo oder Kayak kann man auch sehr gut die verschiedenen Flugoptionen mit der Preisentwicklung abrufen.

Mit dem Bulli nach Frankreich fahren

Frankreich ist auch wegen der guten Erreichbarkeit das wahrscheinlich beliebteste Reiseland der deutschen SurferInnen. Vom Süden Deutschlands erreicht man Hossegor in etwa 12 Stunden. Dank der guten Küstenautobahn ist der Unterschied in der Fahrzeit zu den Regionen nicht so gravierend. Während die meisten französischen Autobahnen verpachtet sind und teure Maut fällig wird, sind die Route National (RN) Straßen umsonst und führen in einer ziemlich direkten Route von Dole bis Bordeaux. 
Vor Ort ist ein Wohnmobil natürlich ziemlich unschlagbar, den in einigen Regionen mangelt es an strandnahen Unterkünften (etwa in der Bretagne) und überall schließen die meisten Campingplätze ihre Tore gegen Mitte September. Zwar ist das “freie” Übernachten im Wohnmobil in Frankreich verboten und wird auch fast überall sanktioniert. Aber es gibt eine ganze Reihe an Wohnmobilstellplätzen in schöner Lage und außerdem verschiedene Programme wie France Passion, bei dem man umsonst bei landwirtschaftlichen Erzeugern eine Nacht stehen darf (Ursprünglich von Winzern ins Leben gerufen, weil so viele Wohnmobile in den Weinbergen standen…). Lediglich einen Jahresbeitrag muss man bezahlen, ansonsten hoffen die Bauern natürlich auch darauf, dass man seinen Bedarf teilweise in den Hofläden deckt. Gute Sache, das.
Entfernung Köln – Hossegor: ca. 1250 Kilometer
Reisetage: Mindestens 1 Tage, besser 2.
Mautkosten: Etwa 70 Euro. Lies hier nach, wie du sinnvoll Maut sparen kannst!
Dieselkosten: Bei direkter Anfahrt etwa 100 Euro, als Surftrip etwa 150 Euro für einen Weg.
Mit dem Bulli, Womo oder Surfvan nach Frankreich zu fahren lohnt sich (je nachdem, wie die Bedingungen sind) ab ungefähr 10 Tagen Reisezeit, wenn ihr nicht ganz langsam unterwegs seid.
Eine ADAC plus Mitgliedschaft kann bei einer so weiten Reise Gold oder wenigstens etwa ein neues Surfboard wert sein. Als Mitglied bekommt man außerdem die gar nicht ganz schlechten “Toursets” kostenlos zusammengestellt und zugeschickt.

Mit Zug und Bus nach Frankreich

Viele Surfziele in Frankreich sind auch gut mit Zug und Bus zu erreichen. Die wichtigsten Umschlagorte, an denen vom Zug in den Bus gestiegen werden muss, sind Biarritz, Dax und Bordeaux für den Südwesten und Brest, Nantes und La Rochelle für den Norden. Auf der Internetseite der französischen Bahn werden auch die Verbindungen in Kombination mit Bussen angegeben.
Von Berlin kann man mit dem Nachtzug der russischen Staatsbahn ganz mondän über Nacht nach Paris schippern. Und noch eine etwas abwegige aber daher auch interessante Variante ist der Bahntouristikexpress, der Reisende (ebenfalls über Nacht) einmal senkrecht durch Deutschland bis Lörrach fahren, um dort in einen französischen Zug umzusteigen.
Verschiedene Fernbusunternehmen fahren inzwischen für wenig Geld zahlreiche französische Surforte an. Außerdem bieten – und das ist einzigartig an der Surfregion Frankreich – viele Surfcamps vor allem im Südwesten die Anreise mit dem Reisebus ins Camp mit an. Das ist natürlich vor allem aber nicht nur für Jugendliche ohne eigenes Auto sehr interessant. Beinahe alle deutschen Surfcamps in Moliets bieten die An- und Abreise mit an.

Mfg nach Frankreich

Weil Frankreich als Ziel für einen Sommertrip sehr beliebt ist, findet man auch meist eine Mitfahrgelegenheit nach Hossegor oder wenigstens Bordeaux. Das ist eine günstige Alternative zu Bus, Bahn und Flugzeug und außerdem fast immer eine lustige Angelegenheit. Neben Portalen wie Blablacar sind vor allem Facebook Gruppen der Hub für Surfreisende ohne Auto.

Surfen lernen in Frankreich: Die besten Surfcamps

Frankreich ist für viele der erste Kontakt mit der lebensverändernden Droge „Surfen“. Das älteste deutsche Surfcamp (auf dem schönen Campingplatz in Cap d’el Homy) existiert schon 40 Jahre!

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe schöner Camps ganz unterschiedlicher Art: Es gibt Surfvillen, Camps auf Campingplätzen, die sich an jugendliche Gäste richten, Surfschulen mit Appartements und das in den unterschiedlichen Regionen.

Hier findest du eine Auswahl an guten Surfcamps in Frankreich.

Bretagne – Audierne //

Surf House Bretagne

  • Surfhostel mit vielen Surfspots in der Nähe
  • Unterkunft in Einzel-, Doppel- und Mehrbettzimmern in Villa mit Garten
  • Surfguiding & (Anfänger-) Material inklusive
  • Angebote für Familien
  • Unterkunft, Frühstück & Küchennutzung, Surfguiding und Anfängermaterial ab 210 Euro/Woche

Bretagne – Crozon Halbinsel //

Familiensurfcamp Bretagne

  • Surfcamp auf Campingplatz in allerbester Strandlage
  • Unterkunft in Steilwandzelten oder eigenem Zelt
  • 13 tägiges Gruppencamp für Familien
  • Abwechslungsreiches Programm und Sportangebot
  • Unterkunft, Halbpension, kleiner Surfkurs, kleiner Kletterkurs, Mountainbiketour, Wanderungen, kleiner Yogakurs und weiteres 760 Euro / 13 Tage

Vendée – Plage des Conches //

Manusurf

  • Surfschule mit Hostel und Camp
  • Unterkunft im Surfhouse 10 min von der Küste
  • Nähe zu vielen guten Spots (Bud Bud etc.)
  • Die erste Surfschule in der Region Vendèe
  • Unterkunft, Vollverpflegung & Surfkurs inkl. Material für 650 Euro / Woche

Charente Maritim – Île d’Oléron //

Auberge du Surf

  • Surfhostel und Camp in Surfhouse auf der wurderschönen Île d’Oléron
  • Unterkunft in Mehrbettzimmern in Surflodge
  • Angebote für Gruppen
  • Kurse auf Französisch und Englisch
  • Unterkunft, Halbpension & Surfkurs inkl. Material für 420 Euro/Woche

Gironde – Le Pin Sec //

Planetsurfcamp

  • Surfcamp auf Campingplatz direkt hinter der Düne
  • Unterkunft im Glamping Zelt mit Holzfußboden
  • “Le Pin Sec Vibe” mit vielen Surfcamps und chilliger Atmosphäre
  • Saison von Juni bis September
  • Unterkunft, Vollverpflegung, kleiner Yogakurs &  großer Surfkurs inkl. Material ab 449 Euro / Woche

Gironde – Cap Ferret //

Backwash Surfcamp

  • Kleines, familiäres Surfcamp auf Campingplatz
  • Unterkunft in geräumigen Zelten mit Strom
  • Schöner Camping Le Truc Vert am Bassin d’Arcachon
  • Saison von Juni bis September
  • Unterkunft, Vollverpflegung,  großer Surfkurs inkl. Material ab 495 Euro / Woche

Les Landes – Moliets

Dreamsea Surfcamp

  • Surfcamp auf Campingplatz “les Cigales”
  • Unterkunft in komfortablen Glockenzelten mit Holzboden
  • Glamping, Ruhe und Actionbereich
  • Relativ lange Saison von Mitte Mai bis Mitte September
  • Unterkunft, Vollverpflegung und Surfmaterial ab 229 Euro/Woche, 10 Stunden Surfkurs kosten 120 Euro

Les Landes – Hossegor

Shifting Sands Surfcamp

  • Surfhostel mit Guesthouse, Bungalows und Camping
  • Unterkunft in allen möglichen Kategorien
  • Ganzjährig geöffnetes Surfhouse
  • Selbstversorgung
  • Unterkunft mit Frühstück, Surfguiding, Material und Strandtransfers für 350 Euro / Woche

Pays Basque – Biarritz //

Lagoondy Surfcamp

  • Surfcamp mit mehrtägigem Trip nach Kantabrien
  • Unterkunft in geräumigen 2 – 4 Bett Zimmern
  • Familienfreundliches Camp mit Kinderbetreuung
  • Sehr surflastig, wenn die Bedingungen sicher sind, wird immer gesurft
  • Unterkunft, Vollverpflegung, großer Surfkurs inkl. Material & Transfers 635 Euro / Woche

Campingplätze und Wohnmobilstellplätze in Frankreich

Frankreich ist definitiv ein Land der Campingplätze.

Im ganzen Land, vor allem aber im Südwesten finden sich wunderschöne und günstige Campingplätze direkt hinter den Dünen.

Auch die Camping a la férme Plätze, die oft ein paar Kilometer landeinwärts liegen, sind gute Ort, um zur Ruhe zu kommen. Allerdings haben viele dieser Plätze nur zur Sommerurlaubszeit von Juni bis Ende September geöffnet.

Und im wellenreichen Norden liegt der Fokus überraschenderweise nicht auf einer günstigen Zeltmöglichkeit in wilder Natur (gibt es aber auch), sondern es gibt zahllose Abenteuer Campingplätze mit Rutschenparadies und vier Sternen und ähnlichem Quatsch.

In der Ferienzeit sollte man (wenn das möglich ist) unbedingt einen Stellplatz reservieren, weil die schöneren Campings von den alljährlich wiederkehrenden Gästen schon ausgelastet sind. Wer günstig zelten möchte, sucht am besten nach den städtischen Campings (Camping Municipal).

Das Wohnmobil ist für einen Surftrip nach Frankreich eine gute Alternative und in Frankreich gibt es europaweit das beste Netz an Stellplätzen.

Wildcamping, wie es in einigen Ländern noch toleriert wird, ist in Frankreich meist keine gute Idee und wird auch schon durch Höhenbegrenzungen an Strandparkplätzen stark eingeschränkt. Die verschiedenen Möglichkeiten kann man sich auf unterschiedlichen Internetseiten gut anzeigen lassen, etwa auf park4night oder stellplatz.info.

Einen Guide zu allen guten Apps für die Stellplatzsuche findest Du hier verlinkt.

Campingplätze

Bretagne – Plouarzel

Sehr günstiger Platz in schöner Lage

Erfrischend einfach gehalten ist dieser Campingplatz in Lampaul-Plouarzel. Wer keinen vier Sterne Platz mit Dauerbespaßung sucht, wird sich hier wohlfühlen. Saubere Sanitäranlagen.

GPS-Koordinaten: 48.436334, -4.783273

Vendée – Plage des Conches

Campinganlage in Kiefernwald

Der vier Sterne Camping les Clos des Pins liegt nur 200 Meter vom Surfspot Bud Bud entfernt in einem Kiefernwald. Der eher kleine Platz mit knapp hundert durch Hecken abgetrennten Stellplätzen ist relativ günstig – wenn man vorab online bucht.

GPS-Koordinaten: 46.388605, -1.488492
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Les Landes – Carcans

Schöner Camping direkt am Meer

Der Camping de l’Ocean in Carcans Plage ist ein günstiger Campingplatz in schöner Lage im Kiefernwald. Der Platz hat eine relativ lange Saison von Anfang April bis Anfang Oktober. In Carcans gibt es einige Restaurants und kleinere Geschäfte, insgesamt ist es aber eher ein ruhiger Küstenort.

GPS-Koordinaten: 45.085085, -1.184104
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Les Landes – Cap de l’Homy

Schöner und ruhiger Camping unter Kiefern

Auf dem Camping Municipal von Cap de l`Homy ist das wahrscheinlich älteste deutsche Surfcamp weltweit untergebracht. Dabei ist hier von Surfcamptrubel wenig zu spüren. Der Platz ist einfach und weitläufig. Im Gegensatz zu vielen anderen Plätzen gibt es nur wenige Bungalows und vor allem Bullis und Zelte prägen das Bild. Der Platz hat einen eigenen Strandzugang. Der Wohnmobilbereich ist am Eingang und weit weg vom Strandzugang, daher nur bedingt zu empfehlen.

GPS-Koordinaten: 44.038863, -1.334237
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Pays Basque – Cap de Urrugne

Rustikaler Camping mit eigenem See

Etwa drei Kilometer vom sagenhaften Pointbreak Lafitenia entfernt ist der drei-Sterne Camping Larrouleta ein guter Ausgangspunkt um das Baskenland zu erkunden. Der Camping ist gepflegt aber sehr grün und hat einen eigenen Badesee. Außerdem ist er relativ günstig und ganzjährig geöffnet.

GPS-Koordinaten: 43.370702, -1.686134
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Wohnmobilstellplätze

Bretagne – Concarneau

Kostenloser Stellplatz mit Meerblick

Sehr schöner Parkplatz für bis zu zwei Nächte. Es gibt keine Ver- und Entsorgung. Dafür aber Meerblick und Strandnähe. Hunde sind am Strand nicht erlaubt. Das ganze Jahr geöffnet & umsonst.

GPS-Koordinaten: 47.829700,-3.887250

Vendée – Longeville-sur-Mer

Großer, kostenpflichtiger Stellplatz

In der Nähe des berühmten Surfspots Bud Bud ist dieser Stellplatz mit Ver- und Entsorgung, Sanitäranlagen und Internet. Eine Nacht kostet etwa 12 Euro.

GPS-Koordinaten: 46.403301,-1.505530

Charente-Maritim – Île d’Oléron

Kostenpflichtiger Stellplatz auf der Mimoseninsel

Auf der Île d’Oléron gibt es eine ganze Reihe an Stell- und Campingplätzen. Dieser hier liegt im Norden der Insel und kostet 12 Euro für 24 Stunden aufenthalt. Es gibt eine Ver- und Entsorgungseinheit, Strom und Sanitäranlagen.

GPS-Koordinaten: 46.027599,-1.383230

Les Landes – Lacanau

Kostenpflichtiger WoMo-Stellplatz nahe des Surferortes

Ein großer Platz etwas landeinwärts gelegen. Die Nacht kostet rund 14 Euro pro Mobil. Der Platz ist sehr ruhig, hat eine Ver- und Entsorgungseinheit und Strom.

GPS-Koordinaten: 45.006100,-1.165760

Weitere Tipps zum Surfen in Frankreich

Surfshops

Longeville: Bud Surfshop

Gutes Preis/Leistungsverhältnis, nette Verkäufer. Ein kleiner Shop mit guter Beratung in der Nähe des Surfspots Bud Bud.

36 Rue de l’Océan, 85560 Longeville-sur-Mer, Frankreich

La Rochelle: Soöruz Outlet Store

Die relativ junge französische Surfbrand macht Kleider und Schuhe für den Strand und vor allem auch technische Neoprenanzüge. Dabei verfolgt die Marke einen betont nachhaltigen Ansatz, was die Entwiscklung und Herstellung von neuen Produkten angeht.

Avenue du Dr. Daniel Planet, 17000 La Rochelle, Frankreich

Soorts-Hossegor: Outlet City

In Soorts-Hossegor ist der Firmensitz von Ripcurl. Nach und nach haben sich hier fast alle namhaften Hersteller angesiedelt und eine richtige Outletcity ist entstanden. Vor allem in der Nebensaison lohnt sich ein Besuch. Schnäppchen lassen sich bei der Kleidung finden und mit Abstrichen auch bei Neoprenanzügen. Ein Vorteil ist auch, das man hier einmal die Größen der unterschiedlichen Firmen alle durchprobieren kann. Surfboards und Zubehör ist eher teuer, das ist aber in Frankreich beinahe überall so.

407 Avenue de la Tuilerie, 40150 Soorts-Hossegor, Frankreich

Anglet: Decathlon

Wer die alten Shortys von Decathlon kennt, hat wahrscheinlich erst mal die Nase voll. Die Dinger zwickten und scheuerten überall und wärmten kaum. Mittlerweil ist Decathlon aber ganz gut aufgestellt, es gibt günstige Anfänger und Fortgeschrittenen Boards, Zubehör wie Wachs und Finnen und außerdem die Option, mit einer Decathlon Mitgliedskarte Boards drei Tage umsonst zu testen. Fast in allen Surfregionen ist ein Decathlon in der Nähe oder auf dem Weg.

21 Rue des Barthes, 64600 Anglet, Frankreich

Sehenswürdigkeiten und Ausflugstipps:

Bretagne: Das Museum „Terre de Sel“ in der Guérande

Hier bekommt man kurzweilig die traditionelle Technik der Salzernte erklärt und natürlich kann man sich auch mit Sal Gros und dem edlen Fleur de Sel eindecken. Über das Museum kann man auch Führungen durch die Salinen der Region buchen.

Übrigens wollen heute wieder mehr junge Leute den Beruf des Salzbauern lernen, als die Anbauflächen zulassen. Das Salz erklärt so auch ein bisschen die sympathische und mitunter erfolgreiche Dickköpfigkeit der Bretonen und ihrer Traditionen.

Gironde: Die Dune du Pilat

Westlich von Bordeaux, am Bassin d’Arcachon ist die mit etwa 100 Metern höchste Wanderdüne Europas zu hause. Über der sanft abfallenden Flanke zum Meer kreiseln Gleitschirmflieger und nutzen die Thermik des warmen Sandes, gern in den Abendstunden, wenn die Sonne im Atlantik zu versinken scheint. Die vom Meer abgewandte Seite fällt steil ab und es ist ein erlebnis kindlicher Freude, mit großen fliegenden Schritten die Düne hinunter zu rennen. Nahe der Düne gibt es mehrere schöne Campingplätze.

Biarritz: Musée de la mer

Biarritz war vor ihrer Karriere als Surf- und Sommerresidenz das Zentrum des europäischen Walfangs. Unter anderem darüber kann man sich auf den 7000qm des Meeresmuseums informieren, wenn wieder einer der Stürme aus den Pyrenäen sich in die Stadt verirrt. 

Neben informativem wie der Geologie der Küste, der Geschichte der Nautik oder eben des Walfangs, gibt es auch einige Tiere zu bewundern und eine besondere Erfahrung ist das Fühlbecken mit Seesternen, Seeanemonen und anderen Tieren und Pflanzen.

Vermischtes

Surfen lernen in Frankreich

Generell ist an der französischen Atlantikküste relativ viel Strömung, weil der Golfstrom daran vorbeizieht und auch wegen des sehr großen Tidenhubs. Jeder Wassersportler sollte sich daher vorher informieren, wie es an genau diesem Spot bei genau diesen Bedingungen ist.

An den bewachten Stränden geben die Rettungsschwimmer ein Bulletin heraus, das neben Wellen und Wind auch über die aktuellen Gefahren informiert. Außerdem werden an den Strandaufgängen Fahnen gehisst, mit denen die Gefahrenstufe des Badens an diesem Tag illustriert wird. Ansonsten bietet Frankreich aber ideale Bedingungen zum Surfen lernen:

Strandwetter und relativ warmes Wasser
viele Surfcamps und Surfschulen
Im Sommer gute Anfängerwellen
Nachtleben, Restaurants & laue Nächte am Strand

Bretagne: Lektüretipp

Die Buchreihe um den Pariser Kommissar Dupin, der in die bretonische Provinz strafversetzt wird umfasst mittlerweile elf Bände. Vor allem die ersten drei sind eine schöne Urlaubslektüre, bringen sie doch dem Leser auf unterhaltsame und kurzweilige Weise die Eigenheiten der Bretonen und ihrer Kultur näher – und nebenbei gibt es noch einen Einführungskurs französische Küche.

Jeder Band hat einen anderen lokalen Bezug, der dritte (bretonisches Gold) etwa spielt in und um die Salinen in Guérande.

Biarritz: Filmtipp

Einen netten Einblick in die frühen und manchmal gar nicht netten Jahre des französischen Wellenreitens liefert der Film Biarritz Surf Gang. Zu Beginn der 80er dominierten die sechs Surfer der Gang den Grand Plage von Biarritz und die Lineups der Umgebung.

Dabei ist es die Kompromisslosigkeit, mit der diese Banditen Surfen und Leben, die beeindruckt. Und natürlich das Archivmaterial an tödlichen Barrels, die da ohne das große Gewese gesurft werden.

FAQ

Wann ist die beste Zeit, um in Frankreich zu surfen?

Frankreich ist das ganze Jahr über ein gutes Reiseziel zum Surfen. Dabei sind die Regionen sehr unterschiedlich. Im Channel zwischen Frankreich und England und im Mittelmeer kann man nur im Winter regelmäßig surfen. In die Bretagne fährt man am Besten im Herbst und Winter, wenn man gute Wellen sucht, allerdings gibt es auch vereinzelte exponierte Beachbreaks, die auch im Sommer gut laufen. In Zentralfrankreich und im Baskenland sind die Wellen im Herbst am Besten. Das gleiche gilt für die berühmte Region les Landes. Allerdings ist hier auch der Sommer zu empfehlen, der vor allem für Anfänger ideale Bedingungen bereithält.

Wie sind die Wellen in Frankreich?

Die französische Atlantikküste bietet eine unendliche Wellenvielfalt. Im Norden dominieren Reefbreaks und Pointbreaks. In Zentralfrankreich brechen viele Wellen eher sanft und werden nicht so groß, weil die Küste einerseits etwas swellabgewandt liegt und andererseits die Topografie unter Wasser anders ist, als etwa in Hossegor. Denn dort zeigt ein Tiefwassergraben genau auf die Küste und begünstigt die ohnehin schon kraftvollen Beachbreaks, noch hohler und heftiger zu brechen. Die Wellen brechen also abhängig von der Jahreszeit und von der Region.

Was ist das Besondere an Frankreich?

Die meisten deutschen Surferinnen kamen in Frankreich das erste Mal in Kontakt mit echten Wellen und verliebten sich hier in den Sport. Das Gefühl der Freiheit unter Pinien, der lauen Spätsommerabende am Strand und der Sessions im Bikini oder in Boardshorts hinterlässt einen bleibenden Eindruck und prägte das Bild des Surfens für Jahrzehnte. Das Frankreich noch mehr zu bieten hat als die Beachbreaks von les Landes sickert erst langsam durch, und in der Nebensaison hat der Norden noch echtes Entdeckerpotential.

Wie kommt man am Besten nach Frankreich?

Mit dem Auto! Frankreich ist das einzige Land mit konstantem Atlantikswell, das man von Deutschland aus in einer Nachtfahrt gut erreichen kann. Natürlich kann man auch fliegen, etwa nach Bordeaux oder Biarritz oder sogar mit dem Zug fahren. Doch beides ist nicht viel schneller als die Anreise mit dem eigenen Bulli, weil man oft noch umsteigen muss. Eine Alternative sind die Busse der Surfcamps, die von vielen Orten aus Deutschland starten und ihre Gäste bis ins Camp shutteln.

Was sind die besten Orte zum Surfen in Frankreich?

Die bekanntesten Spots sind la Palue in der Bretagne, Bud Bud und La Sauzaie in Vendée, Lacanau und Hossegor im Südwesten. Für Anfänger ist besonders der Südwesten interessant, weil hier beständig gute Wellen zum Üben anbranden. Generell kann man aber an der ganzen französischen Atlantikküste hervorragende Bedingungen zum Surfen finden und sogar an der französischen Mittelmeerküste und auf Korsika.
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Luca Brück

Luca ist ein Tee trinkender Surfrabauke aus dem Schwarzwald. Seine Brötchen, den Tee und die Surfboards verdient er als Journalist und Blogger. Aktuell lebt und schreibt Luca in Oldenburg.

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